Epidemiologie in der ZNA: EpiZNA-Studie

Jährlich stellen sich bundesweit zahlreiche Patienten in Zentralen Notaufnahmen vor. Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, alters- und geschlechtsabhängig Zuführung, Ersteinschätzung, Entlassart und Verweildauer an einem universitären Standort zu analysieren.

Michael M, et al. Alters- und geschlechtsbezogene Verteilung von Zuführung, Ersteinschätzung, Entlassart und Verweildauer in der zentralen Notaufnahme. Notfall Rettungsmedizin 2021, (PDF)

Material und Methodik:

  • retrospektive Studie
  • alle Patientenkontakte der Zentralen Notaufnahme des Universitätsklinikums Düsseldorf des Jahres 2019 erfasst
  • Prozesskriterien: Zuführung, Ersteinschätzung, Entlassart und Verweildauer

Ergebnisse: 

  • in 2019 wurden n=43.821 Patientenkontakte erfasst
  • durchschnittliche Alter: 47±24 Jahre (Median: 47, Min.–Max.: 0–106)
  • Anteil weiblicher Patienten betrug: 48 %
  • Alter ≤17 Jahren: 10 % der Patienten (♀ vs. ♂: 4 vs. 6 %, p < 0,0001)
  • Alter ≥ 70 Jahre: 24 % auf (♀ vs. ♂: 13 vs. 11 %, p < 0,0001)
  • für beide Geschlechter nahm der Anteil der Triagekategorien „blau“ und „grün“ über die aufsteigenden Altersgruppen stetig ab
  • ab der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen lag für beide Geschlechter führend eine höhere Dringlichkeit („gelb“ bis „rot“) vor
  • während im Alter ≤ 17 Jahren mit 84–90 % vorwiegend eine ambulante Behandlung erfolgte, reduzierte sich dieser Anteil über die weiteren Altersgruppen bis auf 22 % bei Männern und 28 % bei Frauen in der Altersgruppe der ≥90-Jährigen
  • Für die drei Entlassarten „ambulant“, „prästationär“ und „stationär“ stieg die Verweildauer bei beiden Geschlechtern mit dem Alter kontinuierlich an.

Schlussfolgerung:

  • Die EpiZNA-Studie, die die Alters- und geschlechtsbezogene Verteilung von Zuführung, Ersteinschätzung, Entlassart und Verweildauer in der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Düsseldorf erfasst hat. Diese Erkenntnisse vermitteln ein detailliertes Bild zu den Patientenströmen in und aus der Zentralen Notaufnahme und können helfen nachgeschaltete Ressourcen in den versorgenden Krankenhäusern zukünftig besser zu planen. Insbesondere im Hinblick auf die demografische Entwicklung sind die Studienergebnisse wichtig, um reale Daten als Grundlage zur Ausgestaltung der intersektoralen Notfallversorgung heranzuziehen.
  • Rund 15 % der Patienten sind kritisch krank oder verletzt („orange“ und „rot“). Mit steigendem Alter nehmen diese Triagekategorien zu.
  • Bei rund 30 % der Patientenkontakte besteht eine stationäre Aufnahmeindikation, entsprechende Bettenkapazitäten müssen daher vorgehalten und täglich eingeplant werden.
  • Rund ein Viertel der Patienten sind ≥70 Jahre. In den nächsten Jahren müssen Versorgungskapazitäten für eine zunehmende Anzahl älterer Patienten eingeplant werden.
  • Die unterschiedliche Alters- und Geschlechtsverteilung des Patienten- kollektivs in der zentralen Notaufnah- me sollte auch in der Weiterbildung zum Erwerb der Zusatzbezeichnung „Klinische Akut- und Notfallmedizin“ Berücksichtigung finden.

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