Surviving Sepsis Campaign Guideline 2021 – Teil 7

SepsisNun zu Teil 7 der Surviving Sepsis Campaign Guideline 2021 ist am 02.10.2021 publiziert worden:

Evans L, et al. Surviving sepsis campaign: international guidelines for management of sepsis and septic shock 2021. This article is co‐published in the journals Intensive Care Medicine (https://doi.org/10.1007/s00134‐021‐06506‐y) and Critical Care Medicine (https://doi.org/10.1097/CCM.0000000000005337). (PDF)

Hier ganz frisch einige Empfehlungen (Cave: Freie Übersetzung: Korrekturen vorbehalten):

Kernaussage 58:

  • Bei Erwachsenen mit septischem Schock und anhaltendem Bedarf an vaso-pressorischer Therapie empfehlen wir den Einsatz von IV-Kortikosteroiden. Das typische Kortikosteroid, das bei Erwachsenen mit septischem Schock eingesetzt wird, ist intravenöses Hydrocortison in einer Dosis von 200 mg/Tag, verabreicht als 50 mg intravenös alle 6 Stunden oder als Dauerinfusion. Es wird empfohlen, mit einer Norepinephrin- oder Epinephrindosis ≥ 0,25 mcg/kg/min mindestens 4 Stunden nach Beginn der Behandlung zu beginnen.

Kernaussage 59:

  • 59. Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock raten wir von einer Hämoperfusion mit Polymyxin B ab

Kernaussage 60:

  • Die Evidenzlage ist nicht ausreichend, um eine Empfehlung für die Anwendung anderer Blutreinigungstechniken abzugeben

Kernaussage 61:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock empfehlen wir eine restriktive (statt liberale) Transfusionsstrategie. Eine restriktive Transfusionsstrategie beinhaltet typischerweise eine Hämoglobinkonzentration von 70 g/L als Transfusionstrigger; die Transfusion von Erythrozyten
    Erythrozytentransfusion sollte sich jedoch nicht allein an der Hämoglobinkonzentration orientieren. Der klinische Gesamtzustand des Patienten muss beurteilt und mildernde Umstände wie akute Myokardischämie, schwere Hypoxämie oder akute Blutungen müssen berücksichtigt werden.

Kernaussage 62:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock raten wir von der Verwendung intravenöser Immunglobuline ab.

Kernaussage 63:

  • Für Erwachsene mit Sepsis oder septischem Schock, die Risikofaktoren für gastrointestinale Blutungen aufweisen, empfehlen wir eine Stressulcusprophylaxe.

Kernaussage 64:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock wird eine pharmakologische VTE-Prophylaxe empfohlen, es sei denn, es besteht eine Kontraindikation für eine solche Therapie

Kernaussage 65:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock empfehlen wir die Verwendung von niedermolekularem Heparin (LMWH) anstelle von unfraktioniertem Heparin (UFH) zur VTE-Prophylaxe

Kernaussage 66: 

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock empfehlen wir, die mechanische VTE-Prophylaxe zusätzlich zur pharmakologischen Prophylaxe der alleinigen pharmakologischen Prophylaxe vorzuziehen.

Kernaussage 67:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock und AKI, die eine Nierenersatztherapie benötigen, empfehlen wir entweder eine kontinuierliche oder eine intermittierende Nierenersatztherapie.

Kernaussage 68:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock und AKI, bei denen keine eindeutigen Indikationen für eine Nierenersatztherapie vorliegen, wird von einer Nierenersatztherapie abgeraten

Kernaussage 69: 

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis oder septischem Schock empfehlen wir die Einleitung einer Insulintherapie bei einem Glukosespiegel von ≥180 mg/dL (10 mmol/L). Nach Einleitung einer Insulintherapie liegt der typische Zielblutzuckerbereich bei 144-180 mg/dL (8-10 mmol/L)

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