Hängetrauma – selten aber gefährlich

Das Hängetrauma beschreibt eine durch bewegungsloses, annähernd vertikales freies Hängen in einem Anseilgurt induzierte Kreislaufdepression mit möglicher Todesfolge. Hauptsächlich betroffene Personengruppen sind somit Kletterer, Bergsteiger und seilgesicherte Arbeiter. In einem gelungenen Übersichtsartikel für die Thieme-Zeitschrift „Der Notarzt“ beschreiben erfahrene Alpinmediziner aus Ulm und Bozen die wichtigsten Aspekte zu diesem seltenen Notfall.

Lechner R, Staps E, Brugger H, Rauch S Notärztliche Strategie beim Hängetrauma. Notarzt 2018; 34: 156-161

Die Kernaussagen sind nachfolgend zusammengefasst.

Das Hängetrauma ist potentiell lebendbedrohlich, deshalb ist Prävention/Vermeidung vorrangig:

  • keine seilgesicherten Tätigkeiten alleine durchführen
  • eine schnelle (Selbst-)rettung ist von höchster Bedeutung
  • Aktivierung der Muskelpumpe (Beinbewegung, Abdrücken gegen Widerlager)
  • beim Hängen möglichst horizontale Position, ggf. mit Hilfsschlingen, einnehmen
  • richtige Anpassung der verwendeten Gurtsysteme

Wenn es doch eingetreten ist, gilt für die Behandlung:

  • stets Eigenschutz beachten
  • Flachlagerung nach Rettung
  • Standard <C>ABCDE Algorithmus
  • frühe Rhythmusüberwachung und Therapie von Herzrhythmusstörungen
  • frühe Diagnose und Therapie einer Hyperkaliämie
  • großzügige kristalline Flüssigkeitsgabe
  • ab einer Hängezeit von zwei Stunden Zielklinik mit der Option zu Nierenersatzverfahren wählen

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