Myokardschädigung beim schweren Trauma

Ein schweres Trauma kann zu einer Schädigung der Endorgane führen, z. B. zu einer Myokardverletzung. Forschungsdaten deuten darauf hin, dass eine Myokardschädigung mit einer erhöhten Sterblichkeit in dieser Kohorte verbunden ist, aber der Zusammenhang mit der Inzidenz von schwerwiegenden unerwünschten kardialen Ereignissen (MACE) im Krankenhaus bleibt unklar.

Stroda A et al. Myocardial Injury Is Associated with the Incidence of Major Adverse Cardiac Events in Patients with Severe Trauma. J Clin Med 2022, 11, 7432. https://doi.org/10.3390/ jcm11247432 (PDF)

Es erfolgte die retrospektive Untersuchung einer Kohorte mit erwachsenen Patienten mit schwerem Trauma, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2019 am Universitätsklinikum Düsseldorf behandelt wurden. Das Hauptexpositionsmerkmal war eine Myokardschädigung bei der Vorstellung. Endpunkte waren die Inzidenz von MACE im Krankenhaus und die Inzidenz von akuter Nierenschädigung (AKI) innerhalb von 72 Stunden. Die Unterscheidung von hsTnT für MACE und AKI wurde mit Hilfe der Receiver Operating Characteristic Curve (ROC) und der Fläche unter der Kurve (AUC) untersucht. Die Autoren führten eine multivariate logistische Regressionsanalyse durch.

Ergebnisse:

  • In die endgültige Analyse wurden 353 Patienten einbezogen (72,5 % Männer (256/353), Alter: 55 ± 21 Jahre).
  • Die AUC für hsTnT und MACE betrug 0,68 [95% Konfidenzintervall (CI): 0,59-0,78].
  • Die AUC für hsTnT und AKI lag bei 0,64 [95 % (KI): 0,55-0,72].
  • Die bereinigte Odds Ratio (OR) für Myokardschädigung und MACE betrug 2,97 [95% (CI): 1,31-6,72], für Myokardschädigung und AKI betrug sie 2,14 [95% (CI): 1,03-4,46].

Schlussfolgerung:

Die vorliegende Studie zeigt, dass eine Myokardverletzung bei Patienten mit schwerem Trauma unabhängig mit der Inzidenz von MACE und AKI im Krankenhaus verbunden ist. Diese Daten unterstreichen die prognostische Relevanz von Myokardverletzungen in diesem speziellen Umfeld. In künftigen Studien sollte untersucht werden, ob die Einleitung einer sekundären Präventionsmaßnahme dazu beitragen kann, die Inzidenz unerwünschter Ereignisse zu verringern und somit die Ergebnisse von Traumapatienten zu verbessern.

 

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