Update Schockraummanagement bei Polytrauma

In einem aktuellen Übersichtsartikel im Deutschen Ärzteblatt fassen Michael Frink et al. relevante Punkte zum Schockraummanagement zusammen:

Frink M et al. Polytrauma und Schockraummanagement. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 497-50 (PDF)


Für Einsteiger in die Materie ist dieser Artikel ein absolutes MUSS, daher kurz die wesentlichen Kernaussagen aus dem Artikel:

  • Diagnostik und Behandlung im Schockraum stellt die Schnittstelle zwischen der präklinischen und der klinischen Versorgung dar.
  • Durch spezielle Schulung der Beteiligten können die Abläufe während der Schockraumbehandlung verbessert werden.
  • Bei schwer verletzten Patienten mit hämorrhagischem Schock, die nicht auf nichtoperative Maßnahmen ansprechen, wird die chirurgische Blutstillung empfohlen.
  • Bei schwer verletzten Patienten mit hämorrhagischem Schock wird ein systolischer Blutdruck von 80–90 mm Hg angestrebt; bei Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma sollte der systolische Blutdruck bei > 80 mm Hg gehalten werden.
  • Verletzungen der Leber können in über 90 % der Fälle konservativ behandelt werden, während für die konservative Therapie von Milzverletzungen Versagensraten bis zu mehr als 30 % beschrieben sind.

Das sich in den Artikel ein paar dezente Unstimmigkeiten eingeschlichen haben, fällt dabei nur dem Profi auf. Beispielsweise sollte bei der Durchsicht der Kernaussagen beachtet werden, dass gemäss der S3 LL Polytrauma/Schwerverletztenbehandlung der systolische Blutdruck auf Werte >90 mmHg gehalten werden sollte. Hierzu bietet sich ein Vergleich mit den Empfehlungen der S3 LL Polytraum an (PDF).



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