Hyperoxie nach Intubation in der Notaufnahme: schädlich?

Eine interessante Analyse liegt von David Page und Kollegen aus St. Louis, USA vor. Die Kollegen untersuchten den Einfluss einer postintubationsbedingten Hyperoxie in einem kritische kranken Patientenkollektiv in der Notaufnahme:

Page N et al., Emergency department hyperoxia is associated with increased mortality in mechanically ventilated patients: a cohort study. Critical Care201822:9 (PDF)


Die Kollegen untersuchten Patienten, die in der Notaufnahme endotracheal intubiert wurde und nachfolgend für mindestens 24 h auf einer Intensivstation beatmet wurden. Patienten, die bereits postintubationem in der Notaufnahme oder binnen 24 h auf der Intensivstation verstarben bzw. vor Ablauf von 24 h auf der Intensivstation extubiert wurden, wurden ausgeschlossen. Auf der Intensivstation mussten die Patienten konsequent normoxämisch sein.

Technisch gesehen war diese Beobachtungsstudie eine Datenbankanalyse eines gut vernetzten IT-Systems aus der Notaufnahme und der Intensivstation. Eine Normoxämie wurde ein paO2-Wert zwischen 60–120 mmHg gewertet. Eine Hypoxämie lag bei Werten paO2 <60 mmHg, und eine Hyperoxie bei paO2-Werten >120 mmHg vor.

Insgesamt wurden 688 Patienten in die Studie eingeschlossen. Eine Normoxämie in der Notaufnahme lag nach der Intubation bei 350 (51%) Patienten vor [Median (IQR) Notaufnahme paO2 88 mmHg (76–101)]. 300 (43,6%) Patienten waren hyperoxämisch [Median (IQR) Notaufnahme paO2 189 mmHg (146–249)].

Die 28-Tage-Mortalitätsraten waren wie folgt:

  • Hypoxämie: 5/38, 13,2%
  • Normoxämie: 68/350, 19,4%
  • Hyperoxämie: 89/300, 29,7%

Im Rahmen einer multivariablen logistischen Regression ware eine Hyperoxämie in der Notaufnahme ein unabhängiger Prediktor for die Krankenhausmortalität [adjusted OR 1,95 (1,34–2,85)]. Aus Sicht der Autoren um Page könnte eine Hyperoxämie in der Notaufnahme nach Intubation in der Notaufnahme mit einer erhöhten Letalität für mechanisch beatmete Patienten die normoxämisch auf der Intensivstation weiterbehandelt werden sein. Warum hypoxämische Patienten die niedrigste Letalitätsrate in dieser Untersuchung aufwiesen wird von den Autoren in der Diskussion nicht diskutiert. Jedoch lassen die Ausschlussfaktoren darauf schliessen, dass eine sehr starke Selektion betrieben wurde. Möglicherweise sind damit diese Ergebnisse nicht wirklich anwendbar.


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