Ambulant erworbene Pneumonie

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CAP_Review

Eine sehr schöne systematische Übersichtsarbeit zur Behandlung von hospitalisierten Patienten mit einer ambulant erworbenen Pneumonie (community-aqcuired pneumonia) wurde gerade von Lee et al. in JAMA publiziert:

Lee JS, et al. Antibiotic therapy for adults hospitalized with community-acquired pneumonia. A systematic review. JAMA 2016; 315: 593-602. doi:10.1001/jama.2016.0115).

Die Kollegen aus den USA konnten in dieser systematischen Übersichtsarbeit zeigen, dass eine Behandlung mit

ß-Lactamantibiotika (zB Cefotaxim, Ceftriaxon, Ampicillin) plus Macrolid (zB Azithromycin, Clarithromycin, Erythromycin) oder

die alleinige Gabe eines Fluorchinolons (zB Moxifloxacin, Levofloxacin)

binnen 4-8 h nach Ankunft im Krankenhaus mit einer niedrigeren adjustierten Letalität (Sterblichkeit) assoziiert war.

Die Frage „wann eine antibiotische Therapie“ bei diesen Patienten begonnen werden sollte, wird klar beantwortet:

Die Patienten sollten noch in der Notaufnahme die 1. Antibiotikagabe erhalten.

Eine Änderung der Zuführung der Antibiotika von intravenös zu peroral kann nach dieser systematischen Übersichtsarbeit erfolgen, wenn für 24 Stunden folgende Kriterien bestehen:

  • fehlende Verwirrtheit
  • Fähigkeit oral Medikamente zu sich zu nehmen
  • Temperatur kleiner als 38,3°C
  • hämodynamische Stabilität (Herzfrequenz <100/min und systol. Blutdruck >90 mmHg)
  • Atemfrequenz kleiner als 25/min
  • Sauerstoffsättigung >90%, paO2 >60 mmHg bei Raumluft oder geringe Sauerstoffzuführung über eine Nasensonde oder Rückkehr auf die übliche Sauerstoffsättigung vor dem Ereignis.

Große randomisierte Studien zu diesem Thema, ebenso wie Studien, die die Umstellung von intravenöser auf peroraler Antibiotika im weiteren Verlauf untersuchen, werden jedoch auch heute noch aus wissenschaftlicher Sicht benötigt.


Weitere klinische Punkte sind: Bestimmung der Vitalfunktionen (zB Pulsoxymetrie, Blutdruck, Herzfrequenz, Atemfrequenz, Temperatur, arterielle Blutgasanalyse), Rekrutierung von mikrobiologischen Proben (zB Blutkulturen, Trachealsekret, Rachenspülwasser), Initialtherapie (zB Art der Sauerstoffapplikation, Volumentherapie), Bestimmung von Risikoscores (zB CURB-65), und vieles mehr!

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