Akute und chronische Rückenschmerzen: Analgesie

Wer kennt das nicht? Patienten, die sich in der Zentralen Notaufnahme mit Rückenschmerzen vorstellen. Teils werden diese Patienten mit seit Wochen bis Monaten andauernden Rückenschmerzen vorstellig, teils sind es akut aufgetretene Schmerzen. Hier stellt sich immer die Frage nach der Art und Weise einer Schmerztherapie:

Wertli MM, et al. Medikament.se Therapie bei akuten und chronischen lumbalen Rückenschmerzen. Internist 2018, https://doi.org/10.1007/s00108-018-0475-5

  • Lumbale Rückenschmerzen sind sehr häufig.
  • akute (Dauer <6 Wochen) und subakute Rückenschmerzen  (6–12 Wochen) werden unterschieden.
  • Ziel der pharmakologischen Schmerztherapie ist der Erhalt der Bewegungsmöglichkeit.
  • Zu den Schmerzmedikamenten (oder Analgetika) gibt es erstaunlich wenige qualitativ hochwertige Studien.
  • Bei akuten und chronischen Rückenschmerzen bleiben NSAR trotz geringer Wirksamkeit die 1. Wahl für die pharmakologische Therapie der Schmerzen.
  • Alternative Therapieoptionen beinhalten nichtopiathaltige Medikamente (Paracetamol, Metamizol), deren Effektivität schlechter belegt ist. Paracetamol soll nicht wirksamer sein als Placebo.
  • Schwache und starke Opiate sind ebenfalls effektiv. Jedoch gibt es zunehmend Hinweise, dass sie nichtopiathaltigen Medikamenten in der Behandlung von akuten und chronischen Rückenschmerzen nicht überlegen sind.
  • Opiate weisen darüber hinaus aber relevante zentralnervöse und gastrointestinale Nebenwirkungen auf, die bei der Therapieentscheidung berücksichtigtwerden müssen.
  • Alle diskutierten Schmerzmedikamente sollten unter Berücksichtigung der Kontraindikationen und Nebenwirkungen eingesetzt werden und in erster Linie eine frühe Mobilisation und Aktivität ermöglichen.
  • In der chronischen Schmerzphase unterstützen Schmerzmedikamente nichtpharmakologische Maßnahmen, um die körperliche Funktion zu verbessern.
  • Die pharmakologische Schmerztherapie sollte individuell angepasst werden und dazu dienen, dass die Patientenmöglichst aktiv sein können.
  • Trotz der häufigen klinischen Problematik ist die Datenlage zu vielen der häufig verwendeten Schmerzmedikamente schlecht. Am meisten Daten liegen für die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) vor, die sowohl in der akuten als auch in der chronischen Rückenschmerztherapie effektiv sind. Nebenwirkungen und mögliche Kontraindikationen sind jedoch zu beachten.
  • Nichtpharmakologische Maßnahmen mit Edukation, gezielter Behandlung durch individuell angepasste aktive Physiotherapien und weiteren Bewegungsbehandlungen sollten bei persistierenden Schmerzen und chronischen Rückenschmerzen gemäss den evidenzbasierten Behandlungsleitlinien erfolgen.

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