Achtung Falle ! Plötzliche Sehstörung …

brilleIn der Notaufnahme stellt sich eine Patientin mit abdominellen Beschwerden vor. Der motivierte Assistenzarzt behandelt die Patientin, führt eine detaillierte klinische Untersuchung durch, tastet den Bauch ab, ordert Pantoprazol und eine spasmolytische Therapie. Kurze Zeit später werden Sie zu der Patientin gerufen, da diese nun eine ausgeprägte Sehstörung aufweise. Es wird postuliert, dass nun eine Schlaganfall vorliegt…

Was ist passiert? Das verwendete spasmolytische Medikament war Butylscopalamin (z.B. Buscopan), eine quartäre Stickstoffverbindung, die nicht liquorgängig ist und damit keine zentralnervöse Nebenwirkungen entfaltet. Indikationsgebiet von Buscopan sind Spasmen der glatten Muskulatur des Magendarmtraktes, der Gallenwege oder der Harnwege. Die orale Resorption und gering (10-25%), so dass vorwiegend eine i.v. Applikation erfolgt.

Aber – Merke: Nach Injektion von Buscopan sollte man mit einer Akkommodationsstörung rechnen. Gemäss der Fachinformation (z.B. hier) gilt dies insbesondere für Patienten, die hyperop und nicht ausreichend korrigiert sind. Auffällig häufig tritt dies nach rascher i.v. Injektion des Buscopan auf.  

Darüber hinaus kann es unter Buscopan zu anderen anticholinergen Effekten wie z. B. Hemmung der Schweiß- und Speichelsekretion, Miktionsstörungen und Steigerung der Herzfrequenz kommen. Selten wird nach Buscopan auch über Blutdruckabfälle oder Schwindel sowie Flush bei der Injektion berichtet. In Einzelfällen kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen, z.B. Urtikaria oder Dyspnoe. Sehr selten wurden bei parenteraler Gabe auch schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bis hin zum manifesten Schock beobachtet.


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