T.O.R.P.P.Ed.O.-Register

Das T.O.R.P.P.Ed.O.-Register (rechtsmedizinisches Obduktionsregister zur Erfassung präklinischer Trauma-Todesfälle nach frustraner Reanimation, www.torpedo-register.de) nimmt langsam Formen an: Seit dem 01.03.2017 beteiligen sich 17 rechtsmedizinische Institute im deutschsprachigen Raum an der prospektiven Erfassung von Traumapatienten, die trotz Reanimationsmaßnahmen vor Erreichen eines Krankenhauses verstorben sind und im Nachgang zur rechtsmedizinischen Obduktion angeordnet worden – es werden stets u.a. Traumamechanismus, Verletzungsmuster und erfolgte notfallmedizinische Maßnahmen erfasst.

47 Institute wurden angefragt, 6 haben bisher leider abgesagt. Zwei Institute klären aktuell, ob eine Beteiligung möglich ist, von 22 Instituten ist bisher keine Rückmeldung erfolgt. Erfreulicherweise haben bereits die Institute in Hamburg und Leipzig zusätzlich begonnen, die dort obduzierten präklinischen Trauma-assoziierter Todesfälle, die sich trotz Reanimationsmaßnahmen ereignet haben, auch retrospektiv über mehrere Jahre im Rahmen von Dissertationsvorhaben aufzuarbeiten.

Parallel dazu wurden zahlreiche Protagonisten im deutschen Gesundheitswesen hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung zur Schaffung einer entsprechenden IT-Infrastruktur angefragt. Eine finanzielle Beteiligung hat bisher lediglich die Stiftung BINZ zugesagt, einen Antrag über 50.000 € über 5 Jahre beim Bundesministerium für Bildung und Forschung ist aktuell dort in der Prüfung. Von den zahlreichen weiteren angefragten Institutionen ist vielfach Interesse signalisiert worden, wenngleich eine konkrete finanzielle Beteiligung an der Schaffung einer web-basierten Erfassungslösung zur Vernetzung zwischen den rechtsmedizinischen Instituten versagt wurde.

Das Projekt wurde in der August-Ausgabe des „Anästhesisten“ im letzten Jahr vorgestellt:

Buschmann C et al., Mortui vivos docent. Die Toten lehren die Lebenden. Anaesthesist 2016; 65: 601-608

Es ist zu hoffen, dass die Präklinik, die ja bekanntlich einen maximal relevanten, aber aktuell noch blinden Fleck hinsichtlich der Traumaletalität darstellt, durch zunehmende rechtsmedizinische Beteiligung hinsichtlich der Qualität der prähospitalen Reanimation beim Trauma weiter aufgehellt werden kann. Falls Sie, liebe notfallmedizinisch Tätigen, also einen rechtsmedizinischen Kollegen treffen sollten: Fragen Sie ihn, ob man sich bereits an diesem sinnvollen interdisziplinären Projekt zur Qualitätssicherung der Reanimation nach Trauma beteiligt!


Kontaktdaten zum  T.O.R.P.P.Ed.O.-Register über:

Priv.-Doz. Dr. med. Claas Buschmann
Charité – Universitätsmedizin Berlin
Institut für Rechtsmedizin
Turmstr. 21, Haus N
10559 Berlin
Email: Claas.Buschmann@charite.de


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