Bayerische Notärzte warnen vor Überlastung der Krankenhäuser

Die Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte und Notärztinnen (agbn) e.V. wendet sich in einem offenen Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder, dessen Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Innenminister Joachim Herrmann.

Bereits jetzt seien die Krankenhäuser und Intensivstationen an ihrer Belastungsgrenze. Deshalb würden seit Wochen Patienten in weiter entfernte Krankenhäuser verlegt. Die Situation verschlechtere sich von Tag zu Tag. Notärzte hätten immer mehr Schwierigkeiten ihre nicht an SARS-CoV-2 erkrankten Notfallpatienten in den nächsten geeigneten Notfallaufnahmen unterzubringen. In diesen Krankenhäuser seien  die Intensivstationen überlastet  und Patienten mit Herzinfarkt, Schlaganfall oder Trauma, die evtl. ein Intensivbett bräuchten, könnten nicht aufgenommen werden.

Neben der Tatsache, dass COVID-Patienten deutlich länger auf den Intensivstationen behandelt werden müssen, führen die Autoren vorallem den seit vielen Jahren zunehmenden Mangel an Pflegekräften an und fordern die bayerische Staatsregierung auf, einerseits ihren  Weg in der Eindämmung der Pandemie konsequent weiter zu gehen, andererseits jedoch Maßnahmen zu ergreifen den Beruf für Pflegende attraktiver zu gestalten.

Die auch von anderen Stellen angemahnte Überlastung wird nicht nur die Kolleginnen und Kollegen in den Notfallaufnahmen und Intensivstationen treffen, sondern auch das Rettungsfachpersonal und die Notärzte in der prähospitalen Versorgung. Bleibt zu hoffen, dass diese Belastung auf beiden Seiten auch weiterhin eine konstruktive und sachliche Kommunikation im Sinne einer optimalen Notfallversorgung unserer gemeinsamen Patienten ermöglicht.

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