Die Zukunft ist heute: Patientensicherheit

Die Zukunft ist heute: „Die Patientensicherheit nimmt heute einen hohen Stellenwert in der Gesundheitsversorgung ein, und sog. Zwischenfälle, die vor Jahren häufig noch als unvermeidbar oder schicksalhaft galten, sind nicht mehr akzeptabel.“, so beginnt Schewe aus Bonn sein Editorial zu diesem wichtigen Thema:

Schewe JC: Frühzeitiges Erkennen postoperativer Komplikationen auf der Normalstation. Kontinuierliches kabelloses Monitoring zur Identifikation von Risikopatienten. Anaesthesist 2020;  69:1–2 (PDF)

Dabei geht es um die Arbeit von Preckel aus Amsterdam, die sich auf das kabellose Überwachen im postoperativen Setting fokussiert:

Preckel B, et al. Postoperatives „remote monitoring“. Anesthetist 2020; 69: 3-10 https://doi.org/10.1007/s00101-019-00693-6 (PDF)

Im Fazit kommen die Kollegen zu folgendem Schuss:

  • Systeme zur kontinuierlichen kabellosen Überwachung von Patienten auf Normalstationen stehen schon heute zur Verfügung.
  • Neben der sorgfältigen Implementierung der neuen Systeme in den klinischen Alltag spielt die optimale Generierung von Alarmen und Benachrichtigungen eine zentrale Rolle.
  • Es muss jedem bewusst sein, dass es sich bei der Etablierung von kontinuierlichem Monitoring auf der Normalstation um eine sehr komplexe Intervention handelt, die die vollständige Neustrukturierung von Routinearbeiten erfordert.
  • Auch das beste Monitoringsystem ist wirkungslos, wenn nicht in der optimalen efferenten Phase der Alarmierungskette für eine zügige und qualitativ hochwertige Behandlung des Patienten gesorgt wird.
  • Neben Vorteilen der frühzeitigen Erkennung von Abweichungen der Vitalparameter kann die Etablierung von kontinuierlichem Monitoring auf der Normalstation auch negative Auswirkungen (z. B. Alarmmüdigkeit, Überbehandlung, Fokussierung auf Patienten mit konsekutiver Unterbewachung anderer Patienten) haben.
  • Das optimale kabellose Monitoringsystem mit dem optimalen Sensor existiert bislang noch nicht.
  • Ob die derzeitigen oder die neuen Monitoringsysteme tatsächlich zu einer Verbesserung des Patienten-Outcome führen, muss in großen klinischen Studien noch belegt werden.

An dieser Stelle dürfen wir die entsprechende Ausweitung auf Zentrale Notaufnahmen und die dort etablierten Notaufnahmestationen nicht vergessen. Auch hier besteht unabhängig vom operativen Kontext eine hohes Risiko für die Patientensicherheit.

Die o.g. Artikel sind Open Access publiziert und können daher barrierefrei eingehend studiert werden. Das downloaden und lesen lohnt sich!

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