Videolaryngoskopie – zukünftiger Standard im Notarztsdienst

Die Arbeitsgemeinschaft der Südwestdeutschen Notärzte e.V. (agswn) hat auf ihrer Homepage eine Stellungnahme zur Videolaryngoskopie in der Notfallmedizin publiziert, in der sie den Einsatz von Videolaryngoskopen auf allen arztbesetzten Rettungsmittel befürwortet.

Intubation mit C-MAC PM Christophh22„Durch die Entwicklung leistungsfähiger und robuster Videolaryngoskope hat sich in den letzten Jahren eine weitere Option zur Erhöhung der Sicherheit und der Erfolgsraten bei der (schwierigen) Intubation aufgetan. Durch integrierten Kamerachip und kleinen Monitor wird ein direkter Blick auf den Kehlkopf ermöglicht und sowohl mit normalen Macintosh‐Spateln als auch mit stärker gekrümmten Spezialspateln die Sicht auf den Kehlkopf verbessert.“

Die Verbesserung der laryngoskopischen Sicht wurde auch für die prähospitale Intubation bereits beschrieben.

Einige Standorte haben bereits die Videolaryngoskope für die prähospitale Atemwegssicherung eingeführt. Dabei unterscheiden sich sowohl die Konzepte als auch die verwendeten Videolaryngoskope: Während die einen das Videolaryngoskop für jede Intubation verwenden um einen hohen First-Pass-Success in der Notfallintubation zu gewährleisten und dabei auf Geräte mit Macintosh-ähnlichen Spateln setzen, die sowohl eine direkte Laryngoskopie als auch eine indirekte Videolaryngoskopie ermöglichen, wird andernorts das Videolaryngoskop nur als Alternative bei bereits fehlgeschalgenem Intubationsversuch vorgehalten. Dabei kommen auch Geräte zum Einsatz, die mit einen stark gekrümmten Spatel nur eine indirekte Sicht auf die Stimmbandebene erlauben.

Innerklinisch wird die Videolaryngoskopie als eine wichtiger Baustein in der Beherrschung des schwierigen Atemwegs angesehen, entspricht dem Stand der Wissenschaft und hat bereits Eingang in die S1 Leitlinie zum Atemwegsmanagement der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) von Tim Piepho und Kollegen gehalten (hier). Da in zunehmend mehr Anästhesieabteilungen Videolaryngoskope zum Einsatz kommen, verweist die agswn zurecht darauf, dass die Beschaffungn im Rettungsdienst und die Verwendung in der Klinik aufeinander abgestimmt werden sollten, um eine gute Ausbildung und einen routinierten Umgang der Anwender zu ermöglichen.

Stellungnahme der agswn zur Videolaryngoskopie in der Notfallmedizin

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