Overcrowding – Wir alle kennen die Problematik von überfüllten Notaufnahmen, ständiger Zufluss neuer Patienten ohne geeigneten Abfluss auf stationäre Krankenhausbetten.
In einen lesenswerten Viewpoint im aktuellen European Journal of emergency Medicine nehem Tom Roberts und Ryan McHenry Stellung zu dieser alltäglichen Problematik.
Roberts, Tom, McHenry, Ryan
Corridor care, responsibility and red lines.
Dabei verweisen die Autoren darauf, dass Anästhesisten Narkosen verschieben, wenn der elektivpatient nicht nüchtern ist und Chirurgen OPs absagen, wenn das nötige Instrumentarium nicht steril ist. Diese klaren etablierten Grenzen würden von jeder Klinikleitung akzeptiert. Um eine ähnliche Akzeptanz für die Notaufnahmen zu etablieren, forden die Autoren zunächst festzulegen, was denn erforderlich sei und zählen auf
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für jeden Patienten einen würdevollen Bereich, der Anamnese und Untersuchung erlaubt
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zu jeder Zeit einen freien Behandlungsraum für den nächsten kritischen Patienten
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Pflegeräume, in denen Patienten die sich nicht selbst versorgen können, die erforderliche Pflege erfahren
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bei entsprechender Indikation eine stationäre Aufnahme von Patienten innerhalb von zwei Stunden
Schließlich verweisen sie darauf, dass diese Betreuung auf Fluren zu einer signifikanten Verlängerung der Krankenhausverweildauer führt und fragen, ob die Leser Vertrauen in ein System hätten, welches solche Zustände zulasse.
Als „Rote Linien“ fordern die Autoren auf Flurbetten zu verzichten, Reanimationskabinen nicht mit unkritischen Patienten zu belegen und Patienten nicht 12 Stunden oder länger auf stationäre Aufnahme warten zu lassen.
Auch wenn die Autoren auf die Situation in Großbritatannien abzielen, wissen wir alle, dass es in Deutschland oft nicht besser ist.
Wir müssen alle daran arbeiten, die Situation allen Verantwortlichen klar zu machen und gemeinsam zu verbessern!