Verbreitung von Crystal Meth & Co.

Eine interessante Studie zum Gebrauch von psychoaktiven Substanzen und Metamphetamin liegt nun mit folgender Publikation vor:

Gomes de Matos E, et al. Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin. Auswertung der Daten aus 6 deutschen Bundesländern. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 49–55. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0049 (PDF)


Der Missbrauch neuer psychoaktiver Substanzen sowie von Methamphetamin hat erhebliche negative Folgen. Die epidemiologischer Daten von 6 Bundesländern:

  • Bayern
  • Hamburg
  • Hessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Sachsen
  • Thüringen

sollte regionale Muster im Konsum von neuen psychoaktiven Substanzen und Methamphetamin (sog. Crystal Meth) in Deutschland beschreiben.

Der Begriff neue psychoaktive Substanzen  subsumiert synthetisch hergestellte Substanzen, die die Wirkung etablierter Drogen imitieren. Die Substanzformen reichen von

  • Räuchermischungen, bei denen Pflanzenmaterial mit synthetischen Cannabinoiden vermengt wird (z.B. Spice),
  • bis hin zu chemischen Reinsubstanzen (sog. Research Chemicals ).

NPS bergen ein erhebliches Risiko für Intoxikationen und andere unerwünschte Nebenwirkungen.

In der repräsentativen Umfrage wurden die 18- bis 64-jährige Wohnbevölkerung mit einem Stichoprobenumfang von rund 1.100-2.000 Individuen befragt. Die Lebenszeitprävalenz des Konsums von Methamphetamin schwankte zwischen 0,3 % (Nordrhein-Westfalen) und 2,0 % (Sachsen). Höheres Alter und höherer Bildungsstand waren mit einem verringerten Konsumrisiko für neue psychoaktive Substanzen und Methamphetamin verbunden, Tabak- und Cannabiskonsum jeweils mit einem erhöhten Konsumrisiko. Der Konsum von neuer psychoaktiver Substanzen ist über die Bundesländer hinweg gleich stark verbreitet. Methamphetamin wird aber selten konsumiert, wobei jedoch der Konsum in Sachsen und Thüringen vergleichsweise höher scheint.


Die Kernaussagen der Autoren lauten:

  • Neue psychoaktive Substanzen sind nach Cannabis die am weitesten verbreiteten illegalen Drogen; Hinweise auf regionale Unterschiede zeigen sich nicht.
  • Schlüsseleinrichtungen, wie beispielsweise Notaufnahmen, sollten konstant über aktuelle Entwicklungen und Symptome durch den Konsum neuer Substanzen informiert und geschult werden.
  • Konsumprävalenzen für Methamphetamin sind allgemein geringer als für neue psychoaktive Substanzen. Die höchsten Lebenszeitprävalenzen des Konsums bestehen in Sachsen und Thüringen.
  • Bundesweite Präventionskampagnen und überhöhte mediale Darstellungen zu Methamphetamin sind aufgrund der geringen Prävalenz nicht empfehlenswert.
  • In den betroffenen Gebieten sollten alle Bereiche der medizinischen Versorgung bezüglich der Symptome infolge des Methamphetamin-Konsums geschult und auf die entsprechenden Herausforderungen eingestellt werden.

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