Surviving Sepsis Campaign Guideline 2021 – Teil 6

SepsisNun zu Teil 6 der Surviving Sepsis Campaign Guideline 2021 ist am 02.10.2021 publiziert worden:

Evans L, et al. Surviving sepsis campaign: international guidelines for management of sepsis and septic shock 2021. This article is co‐published in the journals Intensive Care Medicine (https://doi.org/10.1007/s00134‐021‐06506‐y) and Critical Care Medicine (https://doi.org/10.1097/CCM.0000000000005337). (PDF)

Hier ganz frisch einige Empfehlungen (Cave: Freie Übersetzung: Korrekturen vorbehalten):

Kernaussage 41:

  • Bei Erwachsenen mit septischem Schock und kardialer Dysfunktion mit persistierender Hypoperfusion trotz adäquatem Volumenstatus und arteriellem Blutdruck wird empfohlen, entweder Dobutamin zu Norepinephrin hinzuzufügen oder Epinephrin allein zu verwenden.

Kernaussage 42:

  • Bei Erwachsenen mit septischem Schock und kardialer Dysfunktion mit anhaltender Hypoperfusion trotz adäquatem Volumenstatus und arteriellem Blutdruck raten wir von der Anwendung von Levosimendan ab.

Kernaussage 43:

  • Bei Erwachsenen mit septischem Schock wird empfohlen, die invasive Überwachung des arteriellen Blutdrucks der nicht-invasiven Überwachung vorzuziehen, sobald dies praktikabel ist und die Ressourcen zur Verfügung stehen.

Kernaussage 44:

  • Bei Erwachsenen mit septischem Schock empfehlen wir die periphere Gabe von Vasopressoren, um den MAP wiederherzustellen, anstatt die Einleitung zu verzögern, bis ein zentraler venöser Zugang gelegt wurde. Wenn Vasopressoren peripher verabreicht werden, sollten sie nur für kurze Zeit und in eine Vene in oder proximal der Fossa antecubitalis verabreicht werden.

Kernaussagen 45:

  • Es liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, um eine Empfehlung zur Anwendung restriktiver bzw. liberaler Flüssigkeitsstrategien in den ersten 24 Stunden nach der Initialtherapie bei Patienten mit Sepsis und septischem Schock abzugeben, die nach der anfänglichen Initialtherapie immer noch Anzeichen von Hypoperfusion und Volumendepletion aufweisen. Eine Flüssigkeitsreanimation sollte nur erfolgen, wenn der Patient Anzeichen einer Hypoperfusion aufweist.

Kernaussage 46:

  • Es liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, um eine Empfehlung für die Verwendung konservativer Sauerstoffziele bei Erwachsenen mit sepsisbedingter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz abzugeben

Kernaussage 47:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis-induzierter hypoxämischer Ateminsuffizienz empfehlen wir die Verwendung von nasalem Sauerstoff mit hohem Durchfluss (High-Flow Nasal Calnula, HFNC) gegenüber nicht-invasiver Beatmung.

Kernaussage 48:

  • Es liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor, um eine Empfehlung für den Einsatz der nicht-invasiven Beatmung im Vergleich zur invasiven Beatmung bei Erwachsenen mit sepsisbedingter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz auszusprechen.

Kernaussage 49:

  • Bei Erwachsenen mit Sepsis-induziertem ARDS empfehlen wir eine Beatmungsstrategie mit niedrigem Tidalvolumen (6 mL/kg) gegenüber einer Strategie mit hohem Tidalvolumen (> 10 mL/kg).

Kernaussage 50:

  • Für Erwachsene mit Sepsis-induziertem schwerem ARDS wird ein oberer Grenzwert für den Plateaudruck von 30 cm H2O empfohlen, statt höherer Plateaudrücke.

Kernaussage 51:

  • Bei Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem Sepsis-induziertem ARDS empfehlen wir die Verwendung eines höheren PEEP gegenüber einem niedrigeren PEEP.

Kernaussage 52:

  • Bei Erwachsenen mit sepsisbedingtem Atemversagen (ohne ARDS) empfehlen wir die Beatmung mit niedrigem Tidalvolumen im Vergleich zur Beatmung mit hohem Tidalvolumen.

Kernaussage 53: 

  • Für Erwachsene mit Sepsis-induziertem mittelschwerem ARDS empfehlen wir die Anwendung traditioneller Rekrutierungsmanöver.

Kernaussage 54: 

  • Bei der Anwendung von Rekrutierungsmanövern empfehlen wir, keine inkrementelle PEEP-Titration/-strategie anzuwenden.

Kernaussage 55: 

  • Bei Erwachsenen mit durch Sepsis verursachtem mittelschwerem ARDS empfehlen wir die Beatmung in Bauchlage für mehr als 12 Stunden täglich.

Kernaussage 56:

  • Bei Erwachsenen mit durch Sepsis verursachtem mittelschwerem ARDS empfehlen wir die Verwendung von intermittierenden NMBA-Bolusinfusionen anstelle einer NMBA-Dauerinfusion.

Kernaussage 57: 

  • Für Erwachsene mit Sepsis-induziertem schwerem ARDS empfehlen wir die venös-venöse (VV) ECMO, wenn die konventionelle mechanische Beatmung in erfahrenen Zentren versagt, die über die nötige Infrastruktur für den Einsatz verfügen.

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