Paracetamol i.v. versus Paracetamol p.o.

Schmerztherapie in der prähospitalen Notfallmedizin und in der Notaufnahme ist ein wirklich spannendes Thema und häufig viel zu wenig berücksichtigt.

Die Opioid-Epidemie in den USA führt nun zu einer deutlichen Zunahme an Untersuchungen mit Nicht-Opioidanalgetika. Eine aktuelle Untersuchung hierzu hat sich Paracetamol vorgenommen:

Furyk J et al. Intravenous versus oral paracetamol for acute pain in adults in the emergency department setting: a prospective, double-blind, double-dummy, randomised controlled trial. Emerg Med J 2017; doi:10.1136/emermed-2017-206787


In dieser prospektiven, randomisierten, doppelblinden Untersuchungen wurde Patienten in einer australischen Notaufnahme 2 x 500 mg Paracetamol p.o. oder 2 Placebotabletten und 1 g Paracetamol i.v. appliziert.

Zur Schmerzeinschätzung wurde die Visuelle Analgskala (VAS) genutzt, dabei war 0 Punkte = kein Schmerz und 10 Punkte = maximal vorstellbarer Schmerz.

Die Patientenkohorten bei Paracetamol i.v. (n=47) vs. Paracetamol p.o. (n=40) wiesen folgenden Charakteristika auf:

  • Alter: 47 vs. 43 Jahre
  • weibliches Geschlecht: 64 vs. 55%
  • Schmerzursache:
    • abdominell: 43 vs. 33%
    • neurologisch: 2 vs. 5%
    • muskuloskeletal: 43 vs. 53%
    • andere: 13 vs. 10%
  • vorhergehende Opioide: 5 mg vs. 5 mg
  • VAS (initial): 6,5 vs. 7,1
  • Herzfrequenz (bpm): 76 vs. 80
  • styl. Blutdruck (mmHg): 137 vs. 136
  • Atemfrequenz(x/min): 18 vs. 18
  • Sauerstoffsättigung: 98 vs. 97%
  • Zeit bis Intervention (min): 80 vs. 74

In der nachfolgenden Abbildungen findet sich die Entwicklung der Schmerzen gemäss VAS zu über einen Zeitraum von 240 min.

Abb: Schmerzreduktion durch Paracetamol i.v. vs. p.o. (modifiziert nach Furyk et al. EMJ 2017)

Es fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen und zwischen der Effektivität der Medikation beider Therapiearme. Positiv ausgedrückt fand sich kein Unterschied zwischen der Schmerzreduktion in der i.v.- und der p.o.-Gruppe und die Therapie in beiden Behandlungsarmen führte zu einer (beobachtbaren) Schmerzreduktion.

Limitierend muss man konstatieren, dass Patienten, die keine orale Medikation aufnehmen konnten in dieser Untersuchung ausgeschlossen waren.


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