TEE bei Reanimation

Ein Beitrag von PD Dr. Jürgen Knapp, Bern/Schweiz:

Nach langen Jahren in der Kardioanästhesie und mit der Möglichkeit im Schockraum bei Patienten, die unter Reanimation aufgenommen werden, ein TEE (transösophageale Echokardiographie) durchführen zu können, bin ich davon überzeugt, dass der Einsatz des TEE bei der kardiopulmonalen Reanimation in den kommenden Jahren, eine der wichtigsten Interventionen werden wird. Der große Vorteil gegenüber dem TTE ist, dass das TEE ohne Unterbrechung der Thoraxkompression und in der Regel mit deutlich besserer Bildqualität durchgeführt werden kann. Es erlaubt somit auch eine Evaluation der Qualität der Thoraxkompression sowohl hinsichtlich des Druckpunktes als auch der Drucktiefe.

Kollegen aus Philadelphia, USA haben nun ihre ersten Ergebnisse zum Einsatz des TEE bei Patienten evaluiert, die nach prähospitalem Herz-Kreislauf-Stillstand aufgenommen wurden.

Teran F et al. Evaluation of out-of-hospital cardiac arrest using transesophageal echocardiography in the emergency department. Resuscitation 2019; https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2019.02.013

 Eine kurze Zusammenfassung: 

  • prospektive Beobachtungsstudie
  • Untersuchungszeitraum September 2017 bis September 2018
  • prähospitaler nicht-traumatischer Herz-Kreislauf-Stillstand
  • insgesamt n=33 Patienten, n=21 Patienten unter laufender Reanimation, n=12 Patienten nach ROSC
  • bei 32 dieser 33 Patienten hatte das TEE diagnostische, therapeutische oder prognostische Konsequenzen
  • bei etwa der Hälfte der unter Reanimation aufgenommenen Patienten konnte durch das TEE der Druckpunkt korrigiert werden. Oft lag er fälschlich über dem linksventrikulären Ausflusstrakt oder der Aortenwurzel. Hier hilft in der Regel eine Korrektur des Druckpunktes nach kaudal und etwas mehr zur Mitte des Brustkorbs.
    Aus eigener Erfahrung beobachtet man aber auch regelmäßig nur die Kompression des rechten Ventrikels durch die Thoraxkompression. Der Druckpunkt muss dann in der Regel etwas nach kranial und etwas nach links korrigiert werden, und es muss meist etwas kräftiger komprimiert werden.
  • bei einem Drittel der Patienten konnte die Ätiologie des Herz-Kreislauf-Stillstands bereits durch das TEE festgestellt werden.
  • bei 4 Patienten konnte ein feines Kammerflimmern im TEE detektiert werden, das im EKG nicht sichtbar war und konsekutiv mit Defibrillation behandelt werden.

Eine sehr schöne Netz-Ressource zu diesem Thema findet sich unter

https://www.resuscitativetee.com/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.