Handlungsempfehlungen zum Management des schwierigen Atemwegs der CAFG

Die Canadian Airway Focus Group (CAFG) hat ihre überarbeiteten Handlungsempfehlungen zum Management des schwierigen Atemwegs veröffentlicht:

Schäuble JC, Heidegger T: Management des schwierigen Atemwegs – Die aktualisierten Handlungsempfehlungen der Canadian Airway Focus Group. Anästh Intensivmed 2022;63:255–263. DOI: 10.19224/ai2022.255 (PDF)

Sie basieren auf der aktuellsten Evidenz zum Thema Atemwegsmanagement und wurden von einer repräsentativ zusammengesetzten Expertengruppe erstellt. Die CAFG empfiehlt den primären Einsatz der Videolaryngoskopie (VL). Nach einem ersten erfolglosen Versuch der trachealen Intubation oder Anwendung einer supraglottischen Atemwegshilfe (SGA) sollen weitere Versuche nur bei problemloser Ventilation und Oxygenierung erfolgen. Deren Anzahl soll limitiert sein.

Als „Exit-Strategien“ bei fehlgeschlagener trachealer Intubation werden Aufwachen Lassen des Patienten, Einsatz einer SGA zur Überbrückung, ein zusätzlicher Intubationsversuch mittels alternativer Technik und der infraglottische Atemwegszugang genannt. In einer „Cannot ventilate-cannot oxygenate“- Situation soll unverzüglich die Anlage eines infraglottischen Atemwegszugangs erfolgen. Die CAFG empfiehlt hierzu ausschließlich die Cricothyreotomie mittels Skalpell-Bougie-Tubus-Technik. Das Management von erwarteten Atemwegsproblemen erfordert eine adäquate Strategie und soll in komplexen Situationen mittels trachealer Wachintubation unter Erhalt der Spontanatmung erfolgen. Dafür kommen sowohl die flexible Bronchoskopie als auch die VL in topischer Anästhesie zur Anwendung. Die Extubation des schwierigen Atemwegs soll ebenfalls sorgfältig geplant werden. Die CAFG empfiehlt bei entsprechender Indikation den Einsatz von Airway-Exchange-Kathetern.

Die überarbeiteten Leitlinien unterstreichen die Erkenntnis, dass für ein verbessertes Behandlungsergebnis im Fall von Atemwegskomplikationen die „Human Factors“ entscheidender sind als die Einführung neuer Tools und technische Fertigkeiten. Die Bedeutung von Planung, Kommunikation, Ausbildung und guter Teamdynamik für den Erfolg beim Atemwegsmanagement werden betont. In jeder Abteilung soll ein Mitarbeiter die Funktion des „Airway-Leads“ über- nehmen.

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