Analgesie bei Kindern – unzureichend dokumentiert

Kollegen aus Österreich haben Daten von 14 Notarzthubschraubern über einen Zeitraum von 12 Jahren im Hinblick auf die Analgesie bei verletzten Kindern unter 15 Jahren ausgewertet. Dabei zeigen Sie, dass Opioide und Esketamin in dieser Patientengruppe die Medikamente der Wahl waren. Diese wurden häufig als Monotherapie eingesetzt.

Rugg et al. Analgesia in pediatric trauma patients in physician‑staffed Austrian helicopter rescue: a 12‑year registry analysis

Scandinavian Journal of Trauma, Resuscitation and Emergency Medicine 2021: 29; 161

Immerhin konnten in diese retrospektiven Auswertung von Daten der ÖAMTC-Flugrettung 2885 Kinder mit Analgesie unter Spontanatmung eingeschlossen werden: 443 (15.4%) im Alter unter 6 Jahren, 902 (31.3%) zwischen 6 and 10 Jahren, and 1540 (53.4%) zwischen 11 and 14 Jahren.

Leider mussten die Kollegen feststellen, dass in der beobachteten Gruppe von traumatisierten Kindern, die keiner Narkose mit Atemwegssicheung bedurften, die Dokumentation des Verlaufs und der Vitalparameter bei Übergabe schlecht war (< 13 %). DIeser Umstand erlaubt weder die Suffizienz der Analgesie noch mögliche Nebenwirkungen zu beurteilen. Bemerkenswert ist, dass die Dokumentation besser war, wenn ein höherer NACA-Score angegeben wurde.

In der Annahme, dass schwere Nebenwirkungen dokumentiert worden wären, postulieren die Autoren zwar, dass die extrem seltene Dokumentaion einer schweren Ateminsuffizienz auf die Sicherheit von Ketamin und Opiaten hinweise, allerdings lässt sich angesichts der fehlenden Verlaufsdokumentation auch nicht sagen, ob z.B. die Opiate ausreichend dosiert waren. Diese Problematik wird verstärkt durch die bereits von anderen Autoren beklagete häufig unzureichende Analgesie bei Kindern:

Swor R et al. Prehospital pain management in children suffering traumatic injury.

Prehosp Emerg Care 2009; 9: 40–3

Die unzureichende Dokumatation dürfte auch in anderen Bereichen der Notfallmedizin ein Problem darstellen. Die Beurteilung der Qualität unserer notfallmedizinischen Versorgung jedoch erfordert auch eine qualitativ hochwertige Dokumentation, um den Effekt unserer Maßnahmen zu belegen. Bleibt zu hoffen, dass die Dokumentationsqualität durch die zunehmende Einführung digitaler Dokumentationssysteme besser wird.

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