Folge von Explosionsverletzungen an den Extremitäten

TerrorDie vorliegende Studie wurde zur Beschreibung des Schweregrads und der Arten von sprengungsbedingten Extremitätenverletzungen und des Vorhandenseins von begleitenden Gefäßverletzungen und Amputationen sowie zur Ermittlung der damit verbundenen Faktoren, die das Behandlungsmanagement und den klinischen Verlauf beeinflussen, durchgeführt:

Die Studie umfasste 101 Patienten mit Extremitätenverletzungen, die durch eine Bombenexplosion verursacht wurden. Die Röntgenbilder und Computertomographie-Angiographien der Patienten wurden

  • hinsichtlich des Verletzungsmusters,
  • des Vorhandenseins von penetrierenden Fragmenten und Frakturen sowie
  • der Lokalisation (obere oder untere Extremität) und
  • Art (offen oder geschlossen) der Verletzung ausgewertet.

Ergebnisse:

Als Folge der Explosionsexposition hatten

  • 101 (57,7%) Patienten Extremitätenverletzungen,
  • von denen 76 (75,2%) mindestens eine Fraktur aufwiesen.
  • Von den insgesamt 103 Frakturen waren neun (8,8%) geschlossen und 94 (91,2%) offen.
  • 38 (40,4 %) der offenen Frakturen waren in den oberen Extremitäten und 56 (59,6 %) in den unteren Extremitäten und im Becken lokalisiert.
  • offene Frakturen waren am häufigsten am Femur (n = 20; 21,2%) und Tibia (n = 18; 19,1%) lokalisiert
  • bei 13 (12,9%) aller Patienten lag eine Gefäßverletzung vor
  • bei sieben (7,9%) lag eine Amputation vor

Schlussfolgerung:

Das Vorhandensein von schweren offenen Frakturen, Gefäßverletzungen und ein hoher ISS-Score können als wichtige Faktoren angesehen werden, die Morbidität und Mortalität erhöhen. Bei Extremitätentraumata kommt es durch den sekundären Explosionsmechanismus zu kontaminiert-fragmentierten Gewebeverletzungen. Daher kann es an Orten mit niedrigem sozioökonomischem Niveau und schlechten hygienischen Bedingungen vorteilhaft sein eine Schadensbegrenzungschirurgie anzuwenden.

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