„Corona-Suizide“ – Wichtige Entität für die Notfallmedizin

RechtsmedizinDie aktuelle Corona-Pandemie stellt Deutschland, Europa und die Welt vor zuvor nicht gekannte Herausforderungen. Aktuell immer noch unklar sind neben den tatsächlichen medizinischen Problemen bezüglich der Versorgung Erkrankter auch die Auswirkungen des sog. „Lockdowns“ auf die psychische Gesundheit der Gesellschaft.

Claas Buschmann und Kollegen stellten eine Analyse zu konkreten Fällen zusammen:

Buschmann C et al. Der „Corona-Suizid“ – ein neues Suizidmotiv im Rahmen der Corona-Pandemie in Deutschland 2020. Archiv für Kriminologie 2020; 245: 143-154

Claas Buschmann und Michael Tsokos vom Institut für Rechtsmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin berichteten bereits im Mai 2020 über fast ein Dutzend suizidaler Todesfälle in Berlin, in denen die Corona-Pandemie als auslösend oder zumindest mit-auslösend für die suizidale Tat gewertet wurde. Sie betrachten diese Corona-assoziierten Suizide ohne nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion als neue Entität und schlagen die Bezeichnung „Corona-Suizide“ vor. Dezidierte rechtsmedizinische Auswertungen zu weiteren Aspekten der Pandemie und der politischen Reaktion darauf werden folgen und klar benannt werden müssen. Rechtsmedizin war und ist auch immer ein Spiegel der Gesellschaft.

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