Notfälle an Bord eines Luftfahrzeuges / in-flight medical emergencies

Schwerwiegende Notfälle an Bord eines Luftfahrzeuges (sog. in-flight medical emergencies) treten mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 1:10.000 Passagiere auf. Reanimation in Luftfahrzeuge sind glücklicherweise selten, machen aber einen Anteil von 86% der Todesfälle an Bord von Luftfahrzeugen aus. Bisher existieren allerdings keine spezifischen Empfehlungen zum Umgang mit Patienten und Herzkreislaufstillstand während des Fluges.
Die Autorengruppe um Prof. Jochen Hinkelbein von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin (DGLRM) stellt nun ganz aktuell eine S2e-Leitlinie zum in-flight cardiac arrest vor (www.awmf.org, PDF).
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Insgesamt haben knapp 20 Autoren aus vielen unterschiedlichen medizinischen Bereichen mitgearbeitet. Die Leitlinie basiert auf einer Evidenz-basierten Analyse bisher publizierter Ergebnisse und leitet daraus spezifische Handlungsempfehlungen ab. Insgesamt wurden fast 3000 Publikationen hinsichtlich Evidenz analysiert.
Die wichtigsten Empfehlungen sind der Ort der Reanimation im Luftfahrzeug (Galley ist besser als Gang oder Sitzplatz), Entscheidungshinweise zu einer außerplanmäßigen Notlandung (sog. Diversion) oder aber erforderliches Notfallequipment und regelmäßiges Training der Besatzung. Die Autoren heben insbesondere hervor, dass die Flight- und Cabin-Crew mehr als einmal jährlich in Reanimationsmaßnahmen trainiert werden sollte, möglichst alle 6 Monate.
Mit der Umsetzung der gegebenen Empfehlungen aus der Leitlinie könnte das Überleben von Patienten mit Herzkreislaufstillstand an Bord eines Luftfahrzeugs signifikant verbessert werden.

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