Notfallversorgung in Pflegeeinrichtungen…

Ein Gastbeitrag von Dr. Sebastian Wirtz (Hamburg):

Die Frage zur Notfallversorgung in Wohn- und Pflegeeinrichtungen wird immer wichtiger für die Gestaltung der sektorenübergreifenden Notfallversorgung, aber auch für den Rettungsdienst selbst. Eine Arbeitsgruppe um den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst der Stadt Braunschweig hat nun in der Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen (ZEFQ) einen spannenden Artikel veröffentlicht:

Günther A et al. Notfallversorgung in Pflegeeinrichtungen in der Stadt Braunschweig: Ein sektorenübergreifender Blick anhand von Kennzahlen aus Sterbefällen, Reanimationen, Krankenhauszuweisungen und Rettungsdiensteinsätzen. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen 2019; 141-142: 1-10, DOI: https://doi.org/10.1016/j.zefq.2019.02.010

Die Arbeitsgruppe um Dr. Andreas Günther hat die Daten der Stadt Braunschweig mit rund 250.000 Einwohnern über ein Jahr (2016) ausgewertet und dort den Daten von 30 Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 3.100 Pflegeplätzen gegenübergestellt. Untersucht wurden die Anzahl der Reanimationen, Sterbefälle, Rettungsdiensteinsätze und Krankenhauszuweisungen. Die Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass 10,2% der Notfalleinsätze in der Stadt Braunschweig in eine Pflegeeinrichtung führten, 92% dieser Notfalleinsätze führten aus der Pflegeeinrichtung zu einer Klinikeinweisung.

Grade in der Diskussion um die Versorgungsdichte (Unter- und Überversorgung) in Deutschland scheinen danach Pflegeeinrichtungen einen besonderen Bedarf an auch notfallmedizinischer Versorgung zu haben. Die Arbeitsgruppe wirft in der Diskussion der Daten aber zusätzlich die Frage auf, ob eine noch bessere Einbindung hausärztlicher Versorgung zu einer Reduktion von Notfalleinsätzen beitragen könnte.

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