SOP „Blutkulturen“ in der Notaufnahme

Zentrale Notaufnahmen stellen die Eintrittspforte für viele stationär aufzunehmende Patienten in einem Krankenhaus dar und sind häufig der Ausgangspunkt für die antiinfektive Diagnostik und Therapie von Notfallpatienten. Hans Martin Orth und Kollegen aus dem Antibiotic Stewardship (ABS) Team haben daher mit Mitarbeitern der Zentralen Notaufnahme des Universitätsklinikums Düsseldorf eine SOP „Blutkulturen“ entwickelt, diese mit Schulungen eingeführt und die Effektivität retrospektiv untersucht.

Orth HM et al. Optimierung der mikrobiellen Diagnostik durch Einführung einer Standard Operating Procedure „Blutkulturen“ in der zentralen Notaufnahme. Med Klin Intensivmed Notfmed 2020; https://doi.org/10.1007/s00063-020-00729-5

Der Beitrag wurde Open Access publiziert und ist unter diesem Link verfügbar: https://link.springer.com/article/10.1007/s00063-020-00729-5

In dieser retrospektiven Untersuchung soll also der Frage nachgegangen werden, wie die Etablierung einer Standard Operating Procedure (SOP) „Blutkulturen“ und deren Schulung die mikrobielle Diagnostik in einer Zentralen Notaufnahme verbessern kann.

Methodik:

  • Vorher-und-nachher-Untersuchung über einen jeweils 3-monatigen Zeitraum (11/2017 bis 01/2018 und 11/2018 bis 01/2019)
  • Ermittlung der Anzahl der abgenommenen Blutkulturen
  • die Rate an Blutkulturen/1000 Fälle,
  • die Anzahl positiver Blutkulturen und
  • die Häufigkeit typischer Hautkeime

Im Zeitraum zwischen den evaluierten Zeitabschnitten wurde eine SOP „Blutkulturen“ in Zusammenarbeit mit dem Antibiotic-Stewardship(ABS)-Teams und der Zentrale Notaufnahme entwickelt, implementiert und geschult.

Ergebnisse:

  • Pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter wurden zu 92 % bzw. 93 % geschult.
  • Anzahl der abgenommenen Blutkulturen stieg von 1757 auf 2872 um 64 %.
  • Anzahl der Blutkulturen/1000 Fälle stieg von 287 auf 481 (68 %).
  • Die Anzahl der positiven Blutkulturen reduzierte sich von 18,6 auf 13,7 % (p <0,05).
  • Typische Hautkeime fanden sich in 34,4 % und 26,4 % der Fälle (p < 0,05).

Schlussfolgerung:

Die durch Schulungen begleitete Einführung einer SOP „Blutkulturen“ in der Zentralen Notaufnahme kann einen relevanten Beitrag zur antimikrobiellen Diagnostik leisten und sowohl die Quantität als auch die Qualität erhöhen.

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