{"id":7819,"date":"2018-07-27T04:07:41","date_gmt":"2018-07-27T02:07:41","guid":{"rendered":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=7819"},"modified":"2018-07-24T08:21:30","modified_gmt":"2018-07-24T06:21:30","slug":"intubationen-auf-der-intensivstation-sind-schwieriger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news-papers.eu\/?p=7819","title":{"rendered":"Intubationen auf der Intensivstation sind schwieriger"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst scheint die Aussage nicht zu verwundern, dass die endotracheale Intubation auf der Intensivstation schwieriger ist als im OP. Schlie\u00dflich haben schon fr\u00fcher Autoren berichtet, dass die Atemwegssicherung au\u00dferhalb des OPs mit schlechteren Ergebnissen verbunden ist. Daf\u00fcr wurden verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>\u201e<em>operator related<\/em>\u201c (Intensivmediziner h\u00e4tten weniger Erfahrung in der Atemwegssicherung, als An\u00e4sthesisten im OP),<\/li>\n<li>&#8222;<em>patient related<\/em>\u201c (Patienten auf der Intensivstation seien kr\u00e4nker, als im OP)<\/li>\n<li>\u201e<em>environment related<\/em>\u201c (Patienten seien im Intensivbett schlechter gelagert und schwieriger zug\u00e4nglich, als im OP).<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kollegen um Manuel Taboada, An\u00e4sthesist an der Uniklinik in Santiago, Spanien haben nun einen sehr interessanten Ansatz verfolgt, um diese Faktoren einzugrenzen.<\/p>\n<blockquote><p>Taboada M, Doldan P, Calvo A, Almeida X, Ferreiroa E, Baluja A, et al.<\/p>\n<p>Comparison of Tracheal Intubation Conditions in Operating Room and Intensive Care Unit:<\/p>\n<p>A Prospective, Observational Study.<\/p>\n<p>Anesthesiology 2018; 129: 321\u20138 (<a href=\"http:\/\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/20180800.0-00023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PDF<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen kommen die \u00c4rzte auf der Intensivstation und im OP f\u00fcr diese Studie aus der gleichen Abteilung f\u00fcr An\u00e4sthesiologie &amp; Intensivmedizin und besitzen vergleichbare Routine in der Atemwegssicherung, zum anderen wurden in die Studie nur Patienten eingeschlossen, die im Zeitfenster von 30 Tagen vor ihrer Intubation auf der Intensivstation bereits einmal im OP endotracheal intubiert worden waren. Mit diesem Ansatz sollten die \u201e<em>operator related factors<\/em>\u201c und die \u201e<em>patient related factors<\/em>\u201c minimiert werden. Eingang fanden nur Intubationen in direkter Laryngokopie \u2013 fiberoptische oder videolaryngoskopische Intubationen wurden ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verglichen wurden<\/strong><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>der Laryngoskopiebefund nach Cormack\/Lehane<\/li>\n<li>die Zahl der n\u00f6tigen Intubationsversuche \/ First pass success (erfolgreiche Intubation auf den ersten Versuch)<\/li>\n<li>eine Schwierigkeitsbewertung durch die jeweils intubierenden Kollegen (<em>easy, mild, moderate, severe<\/em>)<\/li>\n<li>auftretende Komplikationen &#8211; v.a. Hypoxie (SpO<sub>2<\/sub>&lt;80%)<\/li>\n<li>benutzte Hilfsmittel<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"7833\" data-permalink=\"https:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=7833\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?fit=577%2C1024&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"577,1024\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"ITN ICU results\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?fit=169%2C300&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?fit=577%2C1024&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-7833\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?resize=169%2C300\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?resize=169%2C300&amp;ssl=1 169w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/ITN-ICU-results.jpg?w=577&amp;ssl=1 577w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/a>Die Ergebnisse zeigen signifikant bessere Laryngoskopiebefunde im OP und damit verbunden einen signifikant besseren Fist pass success (OP 97%. ICU 89%) einen signifikant geringen Anteil der erschwerten und schwierigen (moderate + severe) Intubation (OP 9%, ICU 16%) und in diesem Zusammenhang auch den h\u00e4ufigeren Einsatz von Hilfsmittel (z.B. Bougie) (OP 10%, ICU 19%). Dar\u00fcber hinaus wird eine signifikant h\u00f6here Komplikationsrate f\u00fcr die Intensivstation beschrieben (Hypoxie: OP 2%, ICU 9% \/ \u00f6sophagiale Fehlintubation OP 0%, ICU 2% \/ Blutdruckabfall &lt; 80mmHg OP 4%, ICU 28%).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bewertung der Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ansatz Intubationen bei den selben Patienten zu vergleichen ist grunds\u00e4tzlich nicht schlecht. Allerdings betrifft diese \u00dcberlegung vor allem die Anatomie des Atemwegs, obwohl sich (z.B. durch Schwellung) auch diese innerhalb von 30 Tagen ver\u00e4ndern kann. Physiologisch jedoch wurden die Patienten auf der Intensivstation mehrheitlich wegen respiratorischer Insuffizienz intubiert, befanden sich daher also in einer ung\u00fcnstigeren Ausgangsposition im Hinblick auf die Oxygenierung. Dies ist umso interessanter, als dass die Grenze f\u00fcr eine Hypoxie erst bei einer Sauerstoffs\u00e4ttigung von 80% &#8211; und nicht wie bei vielen anderen Publikationen bereits bei 90% &#8211; gezogen wurde. Einerseits ist ein Anteil von von fast einem Zehntel der Patienten mit einer SpO<sub>2 <\/sub>&lt; 80% auf der Intensivstation zwar erschreckend, andererseits muss die Frage erlaubt sein, ob der Unterschied zum OP bei einer Grenze von SpO<sub>2 <\/sub>&lt; 90% genauso deutlich gewesen w\u00e4re, oder ob dann der Anteil der hypoxischen Patienten im OP h\u00f6her gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der hohe FPS in beiden Bereichen zeigt die Routine der teilnehmenden An\u00e4sthesisten \u2013 in anderen Arbeiten mit nicht-an\u00e4sthesiologischen Intensivmedizinern werden deutlich niedrigere FPS-Raten berichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Unterschied zwischen OP und ICU wird von den Autoren gar nicht angesprochen: Das ist die geringere Routine des intensivmedizinischen Assistenzpersonals in der Atemwegssicherung, die aus unserer Sicht ebenfalls einen wesentlichen Einfluss auf den Intubationsvorgang haben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich jedoch liegt der Fokus auf den \u201e<em>enviroment related factors<\/em>\u201c also auf der schlechteren Zug\u00e4nglichkeit des Intensivpatienten vom Kopfende des Bettes und die im Vergleich zum OP-Tisch ung\u00fcnstigere Lagerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Damit best\u00e4tigt die Arbeit einmal mehr, dass die endotracheale Intubation nicht erst pr\u00e4hospital, sondern grunds\u00e4tzlich au\u00dferhalb der elektiven und routinierten Situation des OPs mit deutlich mehr Schwierigkeiten verbunden ist<\/strong>. Darauf m\u00fcssen wir gedanklich bei jeder Intubation vorbereitet sein und Hilfsmittel sowie Alternativen planen und bereitlegen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zun\u00e4chst scheint die Aussage nicht zu verwundern, dass die endotracheale Intubation auf der Intensivstation schwieriger ist als im OP. 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