{"id":269,"date":"2016-02-19T11:07:19","date_gmt":"2016-02-19T11:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=269"},"modified":"2016-02-20T00:24:33","modified_gmt":"2016-02-19T23:24:33","slug":"to-scan-or-not","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news-papers.eu\/?p=269","title":{"rendered":"To scan or not ?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wie halten Sie es mit der Bildgebung nach Trauma?<\/p>\n<blockquote><p><strong>\u201eImmer ist forensisch sicher\u201c, \u201eBei BG-Unf\u00e4llen geht\u2019s nicht ohne\u201c, \u201eAuf Wunsch des Patienten\u201c oder \u201eNur bei entsprechender Klinik\u201c ???<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"270\" data-permalink=\"https:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=270\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Baumsturz-1.jpg?fit=500%2C793&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"500,793\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;Canon DIGITAL IXUS 500&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1095446724&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;7.40625&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;3&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.02&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Baumsturz 1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Baumsturz-1.jpg?fit=500%2C793&amp;ssl=1\" class=\"alignright size-medium wp-image-270\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Baumsturz-1.jpg?resize=189%2C300\" alt=\"Baumsturz 1\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Baumsturz-1.jpg?resize=189%2C300&amp;ssl=1 189w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Baumsturz-1.jpg?w=500&amp;ssl=1 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/>Kollegen aus M\u00fcnchen haben in der aktuellen Ausgabe von <strong>&#8222;Der Unfallchirurg&#8220;<\/strong> gemeinsam mit einem Juristen einen Fall beleuchtet, bei dem nach einem Leitersturz aus 3m H\u00f6he bei einem 59-j\u00e4hrigen Patienten lediglich eine konventionelle R\u00f6ntgenuntersuchung des Thorax angefertigt, nach klinischer Untersuchung jedoch auf eine Bildgebung der Wirbels\u00e4ule verzichtet wurde:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Holzapfel K, et al. Keine R\u00f6ntgenuntersuchung der Wirbels\u00e4ule nach\u00a0Sturz aus 3 m H\u00f6he. Unfallchirurg 2016; 119: 159\u2013163<\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unauff\u00e4lligen Verlauf konnte der Patient am 3. Tag mit der Diagnose &#8222;Fraktur der 5. und 7. Rippe rechts&#8220; in die ambulante Weiterversorgung entlassen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sechs Wochen nach dem Unfallereignis erfolgte wegen anhaltender Beschwerden eine MRT der Lenden- und Brustwirbels\u00e4ule. Diese ergab stabile Frakturen des 1. und 3. Lendenwirbels sowie des 10. Brustwirbels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Folge klagt der Patient gegen die erstversorgende Klinik wegen der \u00fcbersehenen Diagnosen:\u00a0Das nachfolgende Verfahren ergab, dass eine Schmerzsymptomatik von Seiten der Wirbels\u00e4ule m\u00f6glicherweise durch die Rippenfrakturen verschleiert worden sei. Auch h\u00e4tten die Beschwerden durch den Einsatz starker Schmerzmedikamente larviert sein k\u00f6nnen. Da der Patient jederzeit wach und ansprechbar gewesen sei und die klinische Erstuntersuchung sowohl durch den Notarzt als auch bei Klinikaufnahme keine Hinweise auf eine Wirbels\u00e4ulenverletzung ergeben habe, sei eine bildgebende Diagnostik unterlassen worden. Dieses Vorgehen beim wachen, orientierten Patienten wird auch durch die Publikation von <strong>Linder et al.<\/strong> (<em><strong>Sc<\/strong><strong>and J Trauma Resusc Emerg Med<\/strong>\u00a02016; 24: 1\u20137<\/em>) aus Uppsala, Schweden gest\u00fctzt, die die Strahlenbelastung durch Ganzk\u00f6rper-Computertomographie untersucht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autoren f\u00fchren im Weiteren aus, dass ein <strong>Sturz aus 3 m H\u00f6he zwar entsprechend der S3-Leitlinie Polytrauma und Schwerverletztenbehandlung eine Indikation f\u00fcr eine Schockraumversorgung<\/strong> darstellt, dass es in der Literatur jedoch bisher keine eindeutigen Formulierungen g\u00e4be, wann eine Ganzk\u00f6rper-Computertomographie (GK-CT) angezeigt sei, respektive wann darauf verzichtet werden k\u00f6nne. Es wird aber auch darauf verwiesen, dass fehlende R\u00fcckenschmerzen noch kein sicheres Zeichen daf\u00fcr seien, dass keine relevante Verletzung der Brust- oder Lendenwirbels\u00e4ule vorliegen k\u00f6nne.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Indikation f\u00fcr eine Ganzk\u00f6rper-Computertomographie ist bisher noch nicht abschliessend gekl\u00e4rt. <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissenschaftliche Publikationen n\u00e4hern sich der Frage nach dem Sinn der GK-CT von unterschiedlichen Seiten: In einer vielbeachteten Auswertung aus dem TraumaRegister DGU\u00ae der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Unfallchirurgie verglichen <strong>Huber-Wagner<\/strong> <strong>et al.<\/strong> (<em><strong>Lancet<\/strong> 2009; 373: 1455\u20131461<\/em>) Traumapatienten, die fr\u00fchzeitig mit einer GK-CT untersucht wurden mit solchen, die eine selektive radiologische Diagnostik erhielten. Dabei konnten die Autoren eine signifkant geringere beobachteten im Vergleich zur &#8211; nach den Risikoscores TRISS und RISC &#8211; vorhergesagten Letalit\u00e4t\u00a0f\u00fcr die Patienten mit GK-CT belegen. Die Verletzungsschwere beider Gruppen gem\u00e4ss Injury Severity Score (ISS) war ann\u00e4hernd vergleichbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da die Berechnung des ISS jedoch von den klinischen und damit auch von den radiologischen Diagnosen abh\u00e4ngig ist, wird die Methodik eines solchen Vergleichs in einer aktuellen Publikation von <strong>Gupta<\/strong> <strong>et al.<\/strong> (<em><strong>Ann Emerg Med<\/strong>\u00a02016; 67: 71-75<\/em>) in Frage gestellt, in der die Autoren zeigen, dass der ISS bis zu 50% niedriger berechnet wird, wenn kein GK-CT durchgef\u00fchrt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Letztlich gehen <strong>Linder<\/strong> et al. (<em><strong>Scand J Trauma Resusc Emerg Med<\/strong>\u00a02016; 24: 1\u20137<\/em>) auf die Sorgfalt des Arztes ein, mit welcher dieser entscheiden muss, ob eine radiologische Diagnostik durchgef\u00fchrt werden muss oder nicht. Dabei sollte das Vorgehen mit dem Patienten ausf\u00fchrlich in Bezug auf Vor- und Nachteile sowie auf ein jeweilig davon abh\u00e4ngendes Behandlungsregime er\u00f6rtert und in jedem Fall entsprechend schriftlich dokumentiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im eingangs beschriebenen Fall kam die Schlichtungsstelle zu dem Schluss, dass eine bildgebende Abkl\u00e4rung aufgrund des Unfallmechanismus sofort h\u00e4tte erfolgen sollen. Zwar sei kein bleibender Gesundheitsschaden durch die unterlassene Bildgebung entstanden, eine fr\u00fchzeitige Korsettbehandlung h\u00e4tte jedoch den Behandlungszeitraum insgesamt verk\u00fcrzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Literatur im \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Holzapfel K, Schubert EC, Huber-Wagner S, Neu J. Keine R\u00f6ntgenuntersuchung der Wirbels\u00e4ule nach\u00a0Sturz aus 3 m H\u00f6he. <strong>Unfallchirurg<\/strong> 2016; 119: 159\u2013163<\/li>\n<li>Huber-Wagner S, et al.\u00a0Effect of whole-body CT during trauma resuscitation on survival: a retrospective, multicentre study.\u00a0<strong>Lancet\u00a0<\/strong>2009; 373: 1455\u20131461<\/li>\n<li>Gupta M, et al.\u00a0Injury Severity Score Inflation Resulting From Pan-Computed Tomography in Patients With Blunt Trauma.\u00a0<strong>Ann Emerg Med<\/strong>\u00a02016; 67: 71-75<\/li>\n<li>Linder F et al.,\u00a0Routine whole body CT of high energy trauma patients leads to excessive radiation exposure.\u00a0<strong>Scand J Trauma Resusc Emerg Med\u00a0<\/strong>2016; 24: 1\u20137 (<a href=\"http:\/\/www.sjtrem.com\/content\/pdf\/s13049-016-0199-2.pdf\" target=\"_blank\">PDF<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie halten Sie es mit der Bildgebung nach Trauma? \u201eImmer ist forensisch sicher\u201c, \u201eBei BG-Unf\u00e4llen geht\u2019s nicht ohne\u201c, \u201eAuf Wunsch des Patienten\u201c oder \u201eNur bei entsprechender Klinik\u201c ??? 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