Ersteinschätzung in der Zentralen Notaufnahme

Gräff I et al. Ersteinschätzung in der Zentralen Notaufnahme. Notfallmedizin up2date 2018; 13: 271-289

KERNAUSSAGEN

  • Pflegegestützte Ersteinschätzungssysteme sind ein unverzichtbares Instrument an der Prozessspitze der Notfallversorgung in Zentralen Notaufnahmen.
  • Manchester Triage System(MTS) und Emergency Severity Index (ESI) sind für deutsche Notaufnahmen die am besten evaluierten Systeme. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann kein System als zu bevorzugendes Systemklassifiziert werden.
  • Seitens der Krankenhausleitung muss ausreichend Personal zur Verfügung gestellt werden, sodass gerade in sog. Overcrowding-Situationen gewährleistet ist, dass über 24/7 eine Ersteinschätzung unmittelbar nach Eintreffen des Notfallpatienten stattfindet. Der G-BA hat hierzu als Qualitätsindikator eine sog. „Prä-Triagezeit“ von max. 10 Minuten festgelegt.
  • Mit der Anwendung von Ersteinschätzungssystemen ist zwingend die regelmäßige Überprüfung der Anwendung verknüpft.
  • In einem intensiven Feedbackmechanismus muss zudem die Qualität der Ersteinschätzung erfasst, wissenschaftlich evaluiert und weiter optimiert werden. Hierzu bedarf es Studien, die gezielt das Verbesserungspotenzial der Ersteinschätzungssysteme hinsichtlich ihrer symptomorientierten Ausrichtung verbessern.

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