Mechanische Reanimation: Ergebnisse einer Registerstudie

In einer retrospektiven Untersuchung der Daten des Deutschen Reanimationsregister von 2007-2014 wurde die mechanische (ACCD) und die manuelle Thoraxkompression (mCC) verglichen:

Seewald S et al., Application of mechanical cardiopulmonary resuscitation devices and their value in out-of hospital cardiac arrest: A retrospective analysis of the German Resuscitation Registry. PLoS ONE 14 (1): e0208113. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0208113 (PDF)

Die Anwendung mechanischer Thoraxkompressionssysteme ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und in verschiedenen Studien untersucht worden. Die Ergebnisse im Vergleich zur manuellen Thoraxkompression sind bisher uneinheitlich. In einer weiteren in diesem Monat erschienen Studie aus dem Deutschen Reanimationsregister wurde der Effekt der Anwendung von mechanischen Thoraxkompressionssystemen an Hand von Daten aus der Anwendungsrealität der Registerteilnehmer untersucht. Basierend auf 19.609 Patienten konnten die Autoren zeigen, dass bei Verwendung von mechanischen Thoraxkompressionssystemen signifikant häufiger eine Rückkehr des Spontankreislaufs (ROSC) erreicht werden konnte (Fälle mit laufender Reanimation wurden ausgeschlossen). Dieses Ergebnis zeigte sich auch nach Adjustierung für Risikofaktoren und insbesondere die Dauer der Reanimation.

Diese Studie zeigt, dass die Anwendung von mechanischen Thoraxkompressionssystemen im Rettungs- und Notarztdienst mindestens keine nachteiligen Auswirkungen auf das kurzfristige Überleben hat. Daher sollten diese Systeme insbesondere für besondere Indikationen (z.B. Transport unter laufender Reanimation) vorgehalten und eingesetzt werden. Für eine Empfehlung zum generellen Einsatz Bedarf es aber weiterer Ergebnisse aus randomisiert, kontrollierten Studien und Daten zum langfristigen Ergebnis der Maßnahmen.

One thought on “Mechanische Reanimation: Ergebnisse einer Registerstudie

  1. Ich habe in den letzten Jahren Erfahrungen mit dem LUCAS2 unter intenisvmedizinischen Bedingungen machen können. Die meisten Patienten waren sehr früh mit einer invasiven Druckmessung versorgt, so dass der Blutdruck unter Reanimation live dargestellt werden konnte. Meiner persönlichen Erfahrung nach liegt der systolische Druck bei einer CPR mit LUCAS2 knapp über 70 mmHg, was von einer manuellen Kompression durch Pflegekräfte und Ärzte unter Berücksichtigung eines regelmäßigen Austauschs zur Vorbeugung von Ermüdungserscheinungen fast immer deutlich übertroffen wurde. In Ermangelung eines präklinischen IBP-Feedbacks kann das natürlich nicht auf den Rettungsdienst übertragen werden, insgesamt war ich aber von den aufgebauten Drücken nicht überzeugt. Es würde mich interessieren, welche Erfahrungen die Kollegen so gemacht haben?

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