{"id":5451,"date":"2017-08-24T04:07:34","date_gmt":"2017-08-24T02:07:34","guid":{"rendered":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=5451"},"modified":"2017-08-22T22:18:41","modified_gmt":"2017-08-22T20:18:41","slug":"to-immobilize-or-not","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=5451","title":{"rendered":"To immobilize or not?"},"content":{"rendered":"<p><strong><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"216\" data-permalink=\"http:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=216\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/NotfallRettungsmed.jpg?fit=153%2C203\" data-orig-size=\"153,203\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;Springer-Verlag GmbH&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;Cover, Coverabbild, Titel, Titelbild \\rcoverimage&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;RF&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Cover, Coverabbild, Titel, Titelbild \\rcoverimage&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/NotfallRettungsmed.jpg?fit=153%2C203\" class=\"size-full wp-image-216 alignright\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/NotfallRettungsmed.jpg?resize=153%2C203\" alt=\"\" width=\"153\" height=\"203\" \/>Ein Beitrag von PD Dr. J\u00fcrgen Knapp aus Bern\/Schweiz:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gut gemachter Weiterbildungsartikel zum Thema \u201eImmobilisation des Traumapatienten\u201c ist bei <strong>Notfall und Rettungsmedizin<\/strong> erschienen:<\/p>\n<blockquote><p><strong><em>Gather A et al.: Ruhigstellung von Frakturen in der pr\u00e4klinischen Notfallmedizin. Extremit\u00e4ten-, Becken- und Wirbels\u00e4ulentrauma. Notfall Rettungsmed 2017, online first.<\/em><\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser praxisorientiere Artikel ist wirklich lesenswert. Hier sollen nur wenige Stichworte wiedergegeben werden:<\/p>\n<p><strong>Extremit\u00e4tentrauma:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Reposition von Frakturen, auch offenen Frakturen, ist notwendig zur Analgesie und Vermeidung von weiterem Weichteil-, Gef\u00e4\u00df- und Nervenschaden.<\/li>\n<li>Bei Gelenksdislokationen (z.B. oberes Sprunggelenk) ist die Reposition absolut essentiell zur Vermeidung von dauerhaften Sch\u00e4den, die einen Patienten lebenslang einschr\u00e4nken und behindern k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Flexible Schaumstoff- oder Alupolsterschienen (z.B. SAMsplint\u00ae) sind zu bevorzugen.<\/li>\n<li>Durchblutung, Motorik und Sensibilit\u00e4t (DMS) der verletzten Extremit\u00e4t distal der Frakturstelle m\u00fcssen vor und nach Reposition gut dokumentiert werden.<\/li>\n<li>Insbesondere bei der Bergung aus schwierigem Gel\u00e4nde ist die weitere Fixierung der immobilisierten Extremit\u00e4t zu empfehlen: z.B. eine Armschlinge bei immobilisierter Unterarmfraktur, oder die Fixierung des geschienten Beins nach Unterschenkelfraktur am gesunden Bein oder alternativ in einer Vakuummatratze.<\/li>\n<li>Zur Reposition ist eine gute Analgosedierung notwendig. Die hierf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stehenden Medikamente sind sehr sch\u00f6n im Artikel aufgelistet:\n<ul>\n<li>Fentanyl\n<ul>\n<li><em><span style=\"color: #ff9900;\">hochpotentes Analgetikum, allerdings mit einem \u201eschmalen Grat\u201c zwischen suffizienter Analgesie und beginnender Atemdepression<\/span><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Piritramid\n<ul>\n<li><span style=\"color: #ff9900;\"><em>korrekterweise wird f\u00fcr das Piritramid eine Anschlagszeit von ca 10 min und eine maximale Wirkung nach 20 min erreicht. Damit ist es f\u00fcr die akute Schmerztherapie im pr\u00e4hospitalen Umfeld oder gar zur Reposition ungeeignet<\/em><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Ketamin und Midazolam\n<ul>\n<li><em><span style=\"color: #ff9900;\">f\u00fcr den in der Analgosedierung wenig routinierten Anwender sicherste Kombination<\/span><\/em><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Die Qualit\u00e4t der Analgesie wird von den Patienten bei einer Kombination von Opioid und Ketamin als deutlich besser beschrieben (s. Oberholzer et al. AA 2017)<\/li>\n<li>Auf die Notwendigkeit profunder Kenntnisse und Fertigkeiten im Atemwegsmanagement bei der Analgosedierung wird im Artikel nachdr\u00fccklich hingewiesen.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Beckentrauma:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Beckenschlinge wird in 60% der F\u00e4lle zu weit kranial angelegt. Sie muss \u00fcber die Trochanteres majores f\u00fchren. Die Hosentaschen des Patienten sollten zuvor geleert werden.<\/li>\n<li>Erw\u00e4hnt wird auch, dass die Palpation des Beckens (manuelle Stabilit\u00e4tspr\u00fcfung) eher als kritisch zu betrachten ist, und vielmehr die Unfallkinematik, der klinische Eindruck und die Schmerzangaben des Patienten entscheidend sind (KISS-Schema).<\/li>\n<li>Als Erg\u00e4nzung aus der eigenen Erfahrung: Oft weisen Schmerzen, die der Patient im unteren Lendenwirbels\u00e4ulen(LWS)-Bereich angibt, auf Beckenfrakturen hin.<\/li>\n<li>Insbesondere bei h\u00e4modynamischer Instabilit\u00e4t und der M\u00f6glichkeit eines Beckentraumas sollte die Indikation zur Beckenschlinge sehr gro\u00dfz\u00fcgig gestellt werden.<\/li>\n<li>Es wird auch darauf hingewiesen, dass zur optimalen Immobilisation und Reduktion des Beckenvolumens die Beine in Innenrotation fixiert werden sollten.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Wirbels\u00e4ulentrauma:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Hier besteht in letzter Zeit viel Diskussion und auch Unsicherheit. Daher sind wir hier in mehreren Blog-Beitr\u00e4gen bereits auf dieses Thema eingegangen.<\/li>\n<li>Zur Indikationsstellung f\u00fcr die Wirbels\u00e4ulenimmobilisation schlagen die Autoren hier das E.M.S. IMMO-Protokoll vor (s. Kreinest et al. Notfall Rettungsmed 2016)<\/li>\n<li>Die alleinige Anlage einer Zervikalst\u00fctze reicht zur suffizienten Immobilisation der Halswirbels\u00e4ule (HWS) nicht aus. Daher muss, wenn eine Zervikalst\u00fctze bei V.a. HWS-Trauma angelegt wird, dann auch zus\u00e4tzlich eine Vakuummatratze angewandt werden, au\u00dfer bei sehr hohem Zeitdruck (z.B. instabilem Kreislauf). In diesem Fall erfolgt eine Minimal-Immobilisierung mit Zervikalst\u00fctze (Anmerkung: ggf. zus\u00e4tzlich manuelle in-line Stabilisation durch eine Assistenzperson).<\/li>\n<li>Bei Verdacht auf ein schweres Sch\u00e4delhirntrauma (SHT) sollte eine Ruhigstellung der HWS ohne Zervikalst\u00fctze z.B. in der Vakuummatratze mit Kopffixierung erwogen werden (Argumentationsgrund sei der Anstieg des Hirndrucks durch das Anlegen der Zervikalst\u00fctze).\n<ul>\n<li><span style=\"color: #ff9900;\"><em>wie immer beim Thema Wirbels\u00e4ulen-Immobilisation spielt auch hier die klinische Erfahrung und Ausbildung des behandelnden Teams eine ganz entscheidende Rolle. Es muss beurteilt werden, welche Verletzung f\u00fchrend ist (HWS-Trauma oder SHT ?) und wie schwer das SHT ist. Die Hirndrucksteigerung durch das Anlegen der Zervikalst\u00fctze spielt nur bei schwerem SHT mit bereits vorliegendem erh\u00f6htem intracraniellen Druck eine klinische Rolle. Dies ist pr\u00e4hospital (wenn noch keine klaren Hirndruckzeichen vorliegen) schwer zu beurteilen. Daher m\u00fcssen hierf\u00fcr Patientenfaktoren (Einnahme von Antikoagulanzien, Osteoporose, Bewusstseinslage, Erbrechen, Krampfanfall etc.) und der Unfallmechanismus (Krafteinwirkung, Kinematik etc.) beurteilt werden. Beispielsweise d\u00fcrfte beim geriatrischen Patienten, der nach einem Stolpersturz zwar eine Kopfplatzwunde hat, aber bei klarem Bewusstsein ist, eher die Schwere des HWS-Traumas \u00fcberwiegen.<\/em><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Im Hinblick auf die Qualit\u00e4t der Immobilisation und die Inzidenz von Lagerungssch\u00e4den ist die Vakuummatratze gegen\u00fcber dem Spineboard zu bevorzugen.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Weitere Literatur:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong><em>Oberholzer N et al.: <\/em><\/strong><strong><em>Factors Influencing Quality of Pain Management in a Physician Staffed Helicopter Emergency Medical Service. Anesth Analg 2017, online first.<\/em><\/strong><\/li>\n<li><strong><em>Kreinest et al.: Untersuchung der Anwendbarkeit eines neuen Protokolls zur Immobilisation der Wirbels\u00e4ule. <\/em><\/strong><strong><em>Indikationsstellung anhand des E.M.S. IMMO Protocol f\u00fcr erwachsene Traumapatienten. Notfall Rettungsmed 2016<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von PD Dr. J\u00fcrgen Knapp aus Bern\/Schweiz: Ein gut gemachter Weiterbildungsartikel zum Thema \u201eImmobilisation des Traumapatienten\u201c ist bei Notfall und Rettungsmedizin erschienen: Gather A et al.: Ruhigstellung von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5455,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"__cvm_playback_settings":[],"__cvm_video_id":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"_wpas_customize_per_network":false},"categories":[1140],"tags":[1143,1142,1144,1141],"class_list":["post-5451","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-immobilisation","tag-beckentrauma","tag-extremitaetentrauma","tag-immobilisation","tag-wirbelsaeulentrauma"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Brooke-Burns22.jpg?fit=550%2C822","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7fR2g-1pV","jetpack-related-posts":[{"id":14301,"url":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=14301","url_meta":{"origin":5451,"position":0},"title":"DAAF\u2010Preis f\u00fcr CME\u2010Beitr\u00e4ge \u2010 Readers Choice 2021: Dr. Mark Michael","author":"Michael Bernhard","date":"September 22, 2021","format":false,"excerpt":"Der Preis der Deutschen Akademie f\u00fcr An\u00e4sthesiologische Fortbildung (DAAF\u2010Preis f\u00fcr CME\u2010Beitr\u00e4ge \u2010 Readers Choice) wurde in diesem Jahr\u00a0Dr. Mark Michael, Stv. \u00c4rztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme des Universit\u00e4tsklinikums D\u00fcsseldorf, auf dem 23. 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