{"id":2991,"date":"2017-04-15T04:09:31","date_gmt":"2017-04-15T02:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=2991"},"modified":"2017-04-15T08:38:44","modified_gmt":"2017-04-15T06:38:44","slug":"auf-welche-intensivstation-gehts-denn-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=2991","title":{"rendered":"Auf welche Intensivstation geht\u00b4s denn jetzt?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"2997\" data-permalink=\"http:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=2997\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Externes-Pacing-e1480200199280.png?fit=300%2C443\" data-orig-size=\"300,443\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"externes-pacing\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Externes-Pacing-e1480200199280.png?fit=300%2C443\" class=\"size-medium wp-image-2997 alignright\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Externes-Pacing.png?resize=203%2C300\" alt=\"externes-pacing\" width=\"203\" height=\"300\" \/><strong>Ein spannender Fall:<\/strong> Der Notarzt meldet telefonisch einen Patienten an: Anmeldestichwort &#8222;symptomatischer AV-Block III\u00b0&#8220;.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sofort stellt sich nun die Frage auf welcher Intensivstation ein Bett reserviert werden muss&#8230;? <\/strong><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz besonders interessant ist dies f\u00fcr Kliniken, in denen Patienten nicht initial \u00fcber eine Zentrale Notaufnahme aufgenommen werden. Hier f\u00fchrt der Notarzt den Patienten direkt den Patienten einer zumeist fachspezifischen Intensivstation zu. Aber auf welcher Intensivstation w\u00e4re in unserem Fall also\u00a0ein Intensivbett am besten zu reservieren? Viele w\u00fcrden sagen, dass der Patient ein Bett auf einer internistischen Intensivstation\u00a0ben\u00f6tigen w\u00fcrde.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nun zur\u00fcck zu unserem Fall:<\/strong> Der Notarzt und sein Rettungsdienstteam traf einen\u00a0Patienten mit beidseitigen liegenden Nephrostomen an. Diese Nephrostomen w\u00fcrden gem\u00e4ss den Angaben des unter Flankenschmerz leidenden Patienten seit dem Morgen nicht mehr richtig f\u00f6rdern. Der Notarzt applizierte 2 g Novamin, zeitgleich entwickelte der Patient einen symptomatischen AV-Block III\u00b0. Der Patient wird nun nach Voranmeldung in den Schockraum einer Zentralen Notaufnahme transportiert. Hier kommt der mittlerweile endotracheal intubiert und beatmete Patient unter externen Pacing zur Aufnahme.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schockraummanagement:<\/strong> Es erfolgt die kurze und pr\u00e4gnante \u00dcbergabe des Patienten an das ZNA-Team. Der Patient wird umgelagert, die Beatmung \u00fcbernommen, das Monitoring und letztendlich das externe Pacing \u00fcbernommen. Bei \u00dcbernahme des externen Pacings kommt es zu einer kurzfristigen Stimulationspause, hierbei l\u00e4sst sich der &#8211; auch bereits aus den pr\u00e4hospitalen 12-Kanal-EKGs ersichtlichen &#8211; AV-Block III\u00b0 best\u00e4tigen: der Patient hat keinen Auswurf, zeigt keine QRS-Komplexe bei aber durchlaufender P-Welle. Nach Fortsetzung des externen Pacings wird die Beatmung mittels eines Oxylog 3000 druckkontrolliert fortgesetzt (BiPAP=, die Kapnographie zeigt ein etCO2 von 35 und es erfolgt die Anlage einer invasiven\u00a0Druckmessung in die linke A. radialis unter sterilen Kautelen. Der Blutdruck betr\u00e4gt 180\/80 mmHg, die Herzfrequenz extern stimuliert 100 bpm. Die Sauerstoffs\u00e4ttigung 98% unter FiO2 1,0. Es erfolgt die Sonographie beider Nieren, rechts mit kaum noch existierenden Nierengewebe und links mit einem Harnstau III\u00b0. Nach R\u00fccksprache mit dem diensthabende Urologen werden beide Nephrostoma mittels Blasenspritze angesp\u00fclt, dabei werden linksseitig 250 ml Urin evakuiert. Die mittlerweile vorliegende Blutgasanalyse zeigt das vorliegende Problem: pH 6,934, pCO2 45, PO2 120, BE -15, Hb 7,8 mmol\/l, K 6,6 mmol\/l, Glu 16 mmol\/l und Lac 7,0 mmol\/l. Bei Annahme einer Hyperkali\u00e4mie aufgrund eines postrenalen Nierenversagens wird zur Akutintervention der Hyperkali\u00e4mie 2 Amp Calcium 10%, 200 ml Glucose 20% mit 20 Einheiten Actrapid und 40 mg Furosemid appliziert (<a href=\"http:\/\/news-papers.eu\/aufloesung-ekg-quiz\" target=\"_blank\"><strong>\u00dcbersicht zur Hyperkali\u00e4miebehandlung<\/strong><\/a>). Das Kalium ist kurzzeitig sp\u00e4ter bei 5,2 mmol\/l (Rest: pH 7,120, BE -11, Glu 16 mmol\/l, Lac 1,5 mmol\/l). Nun erfolgt eine Stimulationspause des externen Pacings, wobei sich ein perfundierender Eigenrhythmus zeigt. Die transthorakale Echokardiographie zeigt eine gute Pumpfunktion mit geringer chronischer Rechtsherzbelastung. Nun wird der weiterhin beatmete Patient auf die operative Intensivstation zur Akutdialyse als Vorbereitung eines operativen Eingriffsaufgenommen, da die Nephrostomen aus urologischer Sicht gewechselt werden m\u00fcssen. Der Patient erholt sich nach mehrt\u00e4gigen Verlauf problemlos.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was kann man aus diesem Fall lernen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1.Ein <strong>zentrales Schockraummanagement<\/strong> kritischer kranker Patienten <strong>im Schockraum einer Zentralen Notaufnahme<\/strong> hat deutlich Vorteile: Im Schockraum kann die zur grundliegende Ursache einer Problematik eruiert und Fehlbelegungen auf einer eigentlich nicht zust\u00e4ndigen Intensivstation vermieden werden. Bisher besteht aber das Problem, dass etablierte Kurssysteme zur Vermittlung des Vorgehens beim konservativen Schockraummanagement kritisch kranker Patienten in Deutschland, im Gegensatz zu den PHTLS, ATLS\/ETC-Kurssystemen beim Traumapatienten, noch komplett fehlen. Ein Schockraummanagement nicht-traumatologischer kritisch kranker Patienten im Schockraum zentraler Notaufnahmen mit entsprechendem gut aufgestellten und notfall- wie auch intensivmedizinisch erfahrenen Behandlungsteams hat nicht nur \u00f6konomische, sondern auch medizinische Vorteile. In diesem Bereich werden wir in den kommenden Jahren noch sehr viel aktiv sein und gemeinsame Konzept entwickeln m\u00fcssen. Lesen Sie hierzu auch:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Bernhard M et al., Schockraummanagement kritisch kranker Patienten. Anaesthesist 2014; 63: 144-153<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Einsatz des<strong> transkutanen (externen) Pacings im Notarztdienst und der Zentralen Notaufnahme<\/strong> geh\u00f6rt zum zu beherrschenden Handwerkszeug. Der Einsatz eines externen Schrittmachers aufgrund einer Hyperkali\u00e4mie-assoziierten Bradykardie ist nach einer aktuellen Untersuchung nicht selten: In der aktuell publizierten Untersuchung von Bektas et al. war bei allen transkutanen Schrittmachereins\u00e4tzen in einer \u00a0t\u00fcrkischen Notaufnahme die Hyperkali\u00e4mie als Ursache auf Platz 3 und trat in 16% auf.<\/p>\n<blockquote><p><strong>Bektas F et al. The efficacy of transcutaneous cardiac pacing in ED. Am J Emerg Med 2016; 34: 2090-2093<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Therapie der Hyperkali\u00e4mie:<\/strong> Eine\u00a0<strong><a href=\"http:\/\/news-papers.eu\/aufloesung-ekg-quiz\" target=\"_blank\">\u00dcbersicht zur Hyperkali\u00e4miebehandlung<\/a>\u00a0<\/strong>haben wir bereits in einem fr\u00fcheren Post gegeben. AN dieser Stelle sei aber noch einmal auf den sehr guten Artikel von Schmidt (Internist 2015) hingewiesen:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Schmidt BMW. Die h\u00e4ufigsten Elektrolytst\u00f6rungen in der Notaufnahme. Was ist sofort zu tun? Internist 2015; 56: 753-759<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"https:\/\/twitter.com\/news_papers_eu?refsrc=email&amp;s=11\" target=\"_blank\">News-Papers.eu auf TWITTER<\/a>\u00a0 \u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/news-papers.eu\/follow\" target=\"_blank\">Follow news-papers.eu<\/a><\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind Sie als Not\u00e4rztin oder Notarzt aktiv t\u00e4tig? Dann nehmen Sie doch an einer kostenlosen Umfrage zur pr\u00e4hospitalen Notfallnarkose teil: <a href=\"http:\/\/news-papers.eu\/umfrage-zur-praehospitalen-notfallnarkose\" target=\"_blank\"><strong>LINK<\/strong><\/a>.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein spannender Fall: Der Notarzt meldet telefonisch einen Patienten an: Anmeldestichwort &#8222;symptomatischer AV-Block III\u00b0&#8220;. Sofort stellt sich nun die Frage auf welcher Intensivstation ein Bett reserviert werden muss&#8230;? 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