{"id":19476,"date":"2025-04-13T01:12:28","date_gmt":"2025-04-12T23:12:28","guid":{"rendered":"https:\/\/news-papers.eu\/?p=19476"},"modified":"2025-04-13T07:22:28","modified_gmt":"2025-04-13T05:22:28","slug":"rachen-cpap-bei-erwachsenen-patienten-mit-potentiell-schwierigem-atemweg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=19476","title":{"rendered":"Rachen-CPAP bei erwachsenen Patienten mit potentiell schwierigem Atemweg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\"><span style=\"\"><strong>Ein Gastbeitrag von Ferdinand Maier, Ulm<\/strong><\/span>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rachen-CPAP beschreibt eine bei kleinen Kindern routinem\u00e4\u00dfig angewandte Technik zur Beatmung \u00fcber einen nasopharyngeal eingelegten Tubus, der jedoch nicht endotracheal platziert wird, sondern ungeblockt im Rachenraum zum Liegen kommt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_19477\" align=\"alignright\" width=\"300\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"19477\" data-permalink=\"http:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=19477\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?fit=666%2C470\" data-orig-size=\"666,470\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"NERDfallmedizin rachen cpap\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"&lt;p&gt;\u00a9 NERDfallmedizin.de: Basierend auf CPR Infant Airway, Wikimedia Commons, BruceBlaus&lt;\/p&gt;\n\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?fit=666%2C470\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?resize=300%2C212\" class=\"size-medium wp-image-19477\" width=\"300\" height=\"212\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?resize=300%2C212 300w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?w=666 666w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> \u00a9 NERDfallmedizin.de: Basierend auf CPR Infant Airway, Wikimedia Commons, BruceBlaus<\/figure>\n<p style=\"text-align: justify\">Hierf\u00fcr wird ein Tubus mit dem Aussendurchmesser des kindlichen Nasenlochs mit einer Insertionstiefe von Nasenloch bis Kieferwinkel in ein Nasenloch eingef\u00fchrt. Das verbleibende Nasenloch und der Mund des Kindes werden zugehalten, nun kann \u201enormal\u201c beatmet werden.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Terminologie &#8222;CPAP&#8220; kann verwirrrend sein, da \u00fcber den eingelegten Tubus kein kontinuierlicher positiver Atemwegsdruck appliziert wird, sondern eine aktive assistierte Beatmung mit einem Beatmungsbeutel durchgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei kleinen Kindern hat sich diese Technik etabliert, da sie einfacher zu sein scheint, als die Beutel-Beatmung mittels Gesichtsmaske.<\/p>\n<p>Nun hat sich eine Arbeitsgruppe damit besch\u00e4ftigt, ob diese Technik nicht auch bei erwachsenen Patienten sinnvoll angewendet werden k\u00f6nnte:<\/p>\n<blockquote><p>Markham T, AlFarra AS, Tejani M, Tate DJ, Barrera JE, Paladugu S, Saroukhani S, Jiang Y.<\/p>\n<p>Effectiveness of Ventilation via an Endotracheal Tube in Pharynx Versus a Facemask in Patients With Potentially Difficult Airway: A Randomized, Crossover, and Blind Trial.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/journals.lww.com\/anesthesia-analgesia\/fulltext\/2025\/02000\/effectiveness_of_ventilation_via_an_endotracheal.9.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anesth Analg. 2025 Feb 1;140(2):280-289<\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei einer bewusstlosen Person ist die Ursache einer Atemwegsobstruktion mit hoher Wahrscheinlichkeit im oberen Atemweg zu finden, wobei es daf\u00fcr verschiedene Gr\u00fcnde geben kann: Tonusverlust der Rachenmuskultur, des weichen Gaumens, der Zunge und eine Blockade im Bereich der oberen Stimmritze.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Idee ist, wie bei den Kindern einen Endotrachealtubus im Pharynx (endo<strong>T<\/strong>racheal <strong>T<\/strong>ubus <strong>I<\/strong>m <strong>P<\/strong>harynx=<strong>TTIP<\/strong>, also das oben beschriebene &#8222;Rachen-CPAP&#8220;) diese Ursachen \u00fcberwinden kann. Die Durchf\u00fchrbarkeit und Wirksamkeit dieser Methode konnte bisher in kleiner angelegten Studien nachgewiesen werden. Boyce et al. berichten in ihrer Studie bei stark adip\u00f6sen Patienten \u00fcber eine knapp 35%ige Misserfolgsrate der Maskenbeatmung, ohne Einsatz eines Naso-\/Oropharyngealtubus (Guedel\/Wendel-Tubus) und es konnten 9 stark adip\u00f6se Patienten erfolgreich mit TTIP beatmet werden, nachdem bei diesen die Maskenbeatmung fehlschlug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bei einer Maskenbeatmung besteht, ohne Einsatz eines Naso\/Oropharyngealtubus ein abw\u00e4rts gerichteter Druck auf die oberen Atemwege, sodass die Obstruktion aufgrund der schlaffen Rachen\/Zungenmuskulatur in Narkose noch verst\u00e4rkt werden kann. Selbst bei Einsatz eines Naso-\/Oropharyngealtubus kann weiterhin eine Obstruktion resultieren, wenn die untere \u00d6ffnung nicht auf Glottis Ebene sondern h\u00f6her (bei falscher Gr\u00f6\u00dfe) zu liegen kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Idee der TTIP Beatmung ist, dass dieser zwischen Rachen und Mundh\u00f6hle einen aufw\u00e4rts gerichteten positiven Druckgradienten erzeugt, der wie ein Stent fungiert und den Atemweg offen h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Bisher gab es noch keine Daten zur Effizienz und Sicherheit der TTIP im Vergleich zur Maskenbeatmung und ob die TTIP eine zuverl\u00e4ssige Rettungsstrategie f\u00fcr eine fehlgeschlagene Masken- oder SGA-Beatmung sein kann. Aus diesem Grund stellten Markham et al. die Hypothese auf, dass die TTIP bei bewusstlosen Patienten ebenso wirksam ist wie die Maskenbeatmung und f\u00fchrten eine randomisierte, verblindete Crossover-Studie durch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Methoden<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Studie wurde im Zeitraum von Juni 2021 \u2013 November 2022 in den Operationsr\u00e4umen des Memorial Hermann Hospital im Texas Medical Center durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ein potentiell schwieriger Atemweg wurde wie folgt definiert: Vorhandensein von mindestens einem Risikofaktor f\u00fcr einen schwierigen Atemweg:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Body-Mass-Index (BMI) &gt;30kg\/m\u00b2 und\/oder<\/li>\n<li>Mallampati III oder IV<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">Eine erfolgreiche Beatmung wurde wie folgt definiert:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Positive Kapnographie in den ersten 3 aufeinander folgenden Atemversuchen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">Einschlusskriterien:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Alter &gt;18 Jahre<\/li>\n<li>Notwendigkeit einer Vollnarkose mit endotrachealer Intubation<\/li>\n<li>BMI &gt;30kg\/m\u00b2 und\/oder<\/li>\n<li>Mallampati III oder IV<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\">Ausschlusskriterien:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>akute und chronische Atemwegserkrankungen (einschlie\u00dflich chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) und Asthma)<\/li>\n<li>ASA Klassifikation \u2265 IV<\/li>\n<li>Notfalleingriffe<\/li>\n<li>Narkoseinduktion mittels Rapid Sequence Induction (RSI)<\/li>\n<li>Notwendigkeit einer fiberoptischen Wachintubation<\/li>\n<li>Schwangere Patientinnen<\/li>\n<li>Kontraindikationen f\u00fcr eine Maskenbeatmung<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><u>Prim\u00e4rer Endpunkt<\/u><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Erfolgsrate der Beatmung mit einer Maske im Vergleich zu TTIP bei Patienten mit potenziell schwierigem Atemweg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><u>Studienprotokoll<\/u><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Kopfposition und Lagerung des Oberk\u00f6rpers (bspw. mittels Ramp Kissen) konnte vom betreuenden Team nach Pr\u00e4ferenz gew\u00e4hlt werden<\/li>\n<li>Verwendung der Standardmonitore zur \u00dcberwachung f\u00fcr die Allgemeinan\u00e4sthesie<\/li>\n<li>Die Pr\u00e4oxygenierung erfolgte \u00fcber eine mittelgro\u00dfe Kunststoffmaske mit einer Durchflussrate von 10 l pro Minute und 100 % Sauerstoff<\/li>\n<li>Narkoseinduktion ab einer ausgeatmeten Sauerstoffkonzentration \u226580 % mit einer intraven\u00f6sen Bolusinjektion von Fentanyl (1-2 \u03bcg\/kg), Propofol (1-2 mg\/kg) und Rocuronium (0,6 mg\/kg)<\/li>\n<li>Bei Auftreten der Apnoe Beginn der Beatmung mit Maske oder TTIP, in einem randomisierten Crossover-Verfahren: Erst Beatmung via Maske und dann anschlie\u00dfend via TTIP = \u201eSequenz Maske\u201c, sowie umgekehrt, erst Beatmung via Tubus und anschlie\u00dfend via Maske = \u201eSequenz Tubus\u201c<\/li>\n<li>Durchf\u00fchrung der Maskenbeatmung im Doppel-C-Griff<\/li>\n<li>F\u00fcr die TTIP wurde ein Endotrachealtubus mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 7,0 oder 8,0 mm gew\u00e4hlt<\/li>\n<li>Die Einf\u00fchrtiefe des Tubus f\u00fcr die TTIP entsprach der L\u00e4nge der Kr\u00fcmmung vom Geh\u00f6rgang bis zum oberen Schneidezahn<\/li>\n<li>F\u00fcr die TTIP \u00f6ffnete ein Teammitglied mit der einen Hand den Mund und f\u00fchrte mit der anderen Hand den Tubus blind zwischen Gaumen und Zunge ein (die Kr\u00fcmmung des Tubus passend zur Kr\u00fcmmung der Zunge\/ des Pharynx)<\/li>\n<li>Bei Erreichend der Zieltiefe wurden mittels einer Zweihandtechnik die Lippen und die Nase verschlossen, sowie das Kinn angehoben<\/li>\n<li>F\u00fcr die Beatmung erfolgte der Anschluss an das Beatmungsger\u00e4t<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Ergebnisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><u>Demographische Daten<\/u><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Von 147 Patienten wurden 11 Patienten ausgeschlossen (Ger\u00e4tefehler, Verletzung des Studienprotokolls, Abbruch durch das Studienteam), somit statistische Auswertung anhand von 136 Patienten<\/li>\n<li>Durchschnittlicher BMI von 36.3 \u00b1 6.7 kg\/m\u00b2<\/li>\n<li>81 Frauen, 66 M\u00e4nner<\/li>\n<li>Durchschnittliches Alter von 46.2 \u00b1 14 Jahren<\/li>\n<li>42 Patienten mit BMI \u226530 kg\/m\u00b2 <em>und<\/em> Mallampati \u22653 (23 Patienten in der Sequenz Tubus, 19 Patienten in der Sequenz Maske)<\/li>\n<li>Es gab keinen signifikanten Unterschied im Ausbildungsstand der \u00c4rzte\/Durchf\u00fchrenden zwischen den beiden Sequenzen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><u>Beatmungserfolg der beiden Sequenzen und ihre Bedeutung als Rettungsstrategie<\/u><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>Erfolgsrate TTIP 127\/136 Patienten (93,4%) und Maskenbeatmung 115\/136 Patienten (84,6%)<\/li>\n<li>In der Sequenz Tubus Versagen der TTIP bei 7\/71 Patienten (9,9%). Von diesen 7 Patienten konnten anschlie\u00dfend 6 Patienten erfolgreich mit der Maske beatmet (\u201egerettet\u201c) werden (85,7%)<\/li>\n<li>In der Sequenz Maske Versagen der Maskenbeatmung bei 13\/65 Patienten (20%). Von diesen 13 Patienten konnten anschlie\u00dfend alle 13 Patienten mit der TTIP erfolgreich beatmet (\u201egerettet\u201c) werden<\/li>\n<li>Es gab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Anteilen der erfolgreichen Beatmung als Rettungsstrategie (p=0,35)<\/li>\n<li>Bei 1\/136 Patienten (0,7 %) versagte sowohl die Masken- als auch die TTIP-Beatmung. Dieser Patient wurde erfolgreich intubiert, ohne dass ein unerw\u00fcnschtes Ereignis auftrat<\/li>\n<li>Es gab keinen signifikanten Unterschied im inspiratorischen Spitzendruck zwischen den beiden Verfahren (95% Konfidenzintervall (KI): -0.1 (-0.3, 0.2), p= 0.53)<\/li>\n<li>Bei vergleichbarem inspiratorischem Spitzendruck war das exspirierte Tidalvolumen der Patienten mit TTIP signifikant niedriger als das der Maskenbeatmung (611,1 \u00b1 318,1 ml gegen\u00fcber 701,5 \u00b1 352,4 ml, p&lt; 0.01)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><u>Effizienz der Beatmung anhand endtidalem Kohlendioxid (etCO2) und Sauerstoff<\/u><\/p>\n<ul style=\"text-align: justify\">\n<li>In beiden Sequenzen war das mittlere etCO2, das bei erfolgreicher Beatmung mit TTIP erreicht wurde, signifikant h\u00f6her (in der Sequenz Tubus mit 34,4 \u00b1 5,5 vs. 32,7 \u00b1 6,2 mmHg, p&lt;0.01 und in der Sequenz Maske mit 36,4 \u00b1 4,1 vs. 33,9 \u00b1 4,1 mmHg, p&lt;0.01, Gesamtvergleich 95% KI 1 (1.3\u20132.9) &lt;0.001)<\/li>\n<li>Der Unterschied zwischen der mittleren ausgeatmeten Sauerstofffraktion bei TTIP (85,1 %) und Maskenbeatmung (84,8 %) war nicht signifikant (95 % KI: 0,3 (-0,6, 1,3), p=0 .47)<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify\"><strong>Diskussion und Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Beatmung mit TTIP ist genauso effektiv und sicher wie die Maskenbeatmung ohne Verwendung eines Naso\/Oropharyngealtubus. Diese Technik kann als zuverl\u00e4ssige Alternative bei fehlgeschlagener Maskenbeatmung dienen und bietet eine hohe Erfolgsquote. Au\u00dferdem sind beide Verfahren gegenseitig wirksame Rettungsstrategien. Den Autoren ist bewusst, dass ein Vergleich von TTIP und Maskenbeatmung mit zus\u00e4tzlicher Verwendung eines Naso\/Oropharyngealtubus ideal w\u00e4re, da dies nachweislich die Erfolgsraten bei Patienten mit schwierigem Atemweg verbessert. Die Effizienz der TTIP k\u00f6nnte dadurch \u00fcbersch\u00e4tzt werden. Aufgrund von Ressourcenbeschr\u00e4nkungen innerhalb der Einrichtung der Autoren konnte eine so umfassende Studie mit zus\u00e4tzlichem Einsatz von Naso\/Oropharyngealtuben nicht umgesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Es fiel ein absoluter Unterschied von 90,4 ml im Tidalvolumen zugunsten der Maskenbeatmung bei vergleichbarem inspiratorischem Spitzendruck zwischen den beiden Verfahren auf, was f\u00fcr die Maskenbeatmung spricht. Jedoch kommt bei einer Gesichtsmaske ein signifikanter mechanischer Totraum von bis zu 42% dazu. Der Unterschied im etCO2 ist zwar statistisch signifikant, die klinische Bedeutung jedoch vernachl\u00e4ssigbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ziel dieser Studie war es nicht, die \u00dcberlegenheit einer der beiden Verfahren zu beweisen, sondern zu zeigen, dass sich beide Verfahren als Rettungsstrategien bei Versagen der einen Technik eignen k\u00f6nnen. So zeigte sich, dass bei fehlgeschlagener Maskenbeatmung (13 Patienten) alle erfolgreich mit TTIP beatmet werden konnten. Bei fehlgeschlagener TTIP (7 Patienten) wurden 6 Patienten anschlie\u00dfend mit der Maske erfolgreich beatmet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aktuelle Leitlinien empfehlen die SGA als Alternative bei fehlgeschlagener Maskenbeatmung und fehlgeschlagener Intubation. In ihrer Studie fanden Thomsen et al. f\u00fcr die SGA eine Erfolgsrate von nur 62,8% als Rettungsstrategie in einer CICO Situation im perioperativen Umfeld (95 % KI, 52,2 %\u201372,3 %). Im pr\u00e4hospitalen Bereich gibt es f\u00fcr die Erfolgsrate von SGAs als Alternative bei fehlgeschlagener Maskenbeatmung oder Intubation keine Daten. Eine retrospektive Studie im pr\u00e4shospitalen Bereich von Lee et al. zeigte allerdings eine Erfolgsrate von 83% (n=360) der SGAs im ersten Versuch. Die Autoren halten es f\u00fcr unwahrscheinlich, dass SGAs als Rettungsstrategien bei fehlgeschlagener Maskenbeatmung und Intubation im perioperativen Umfeld wirksamer sind als TTIP.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Technik der TTIP k\u00f6nnte eingesetzt werden, wenn SGAs, Oro\/Nasopharyngealtuben nicht ohne Weiteres verf\u00fcgbar sind oder versagen. Die Autoren geben an, dass die TTIP durchaus als potenzielle \u00dcberbr\u00fcckungsma\u00dfnahme dienen k\u00f6nnte, wenn ein chirurgischer Atemweg erforderlich wird. Dabei kann die TTIP gleichzeitig zur Koniotomie durchgef\u00fchrt werden, das sie das Operationsgebiet nicht blockiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gastbeitrag von Ferdinand Maier, Ulm&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Rachen-CPAP beschreibt eine bei kleinen Kindern routinem\u00e4\u00dfig angewandte Technik zur Beatmung \u00fcber einen nasopharyngeal eingelegten Tubus, der jedoch nicht endotracheal platziert wird, sondern ungeblockt im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":19477,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"__cvm_playback_settings":[],"__cvm_video_id":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"_wpas_customize_per_network":false},"categories":[3],"tags":[2822],"class_list":["post-19476","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-atemwegsmanagement","tag-rachen-cpap"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/NERDfallmedizin-rachen-cpap.png?fit=666%2C470","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7fR2g-548","jetpack-related-posts":[{"id":800,"url":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=800","url_meta":{"origin":19476,"position":0},"title":"Die S3 Leitlinie &#8222;Nichtinvasive Beatmung&#8220; Teil 3","author":"Michael Bernhard","date":"M\u00e4rz 26, 2016","format":false,"excerpt":"Nachdem bereits die erste und 2. 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