{"id":18200,"date":"2024-04-18T00:28:03","date_gmt":"2024-04-17T22:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=18200"},"modified":"2024-04-18T00:28:03","modified_gmt":"2024-04-17T22:28:03","slug":"mit-einem-klix-zu-medizinischen-unterlagen-eine-digitale-patientakte-neu-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=18200","title":{"rendered":"Mit einem KliX zu medizinischen Unterlagen &#8211; Eine digitale Patientakte neu entwickelt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vieles von dem, was heutzutage in der Notfallrettung als Standard gilt, hat seine Urspr\u00fcnge in Ulm: Die Feuerwehr Ulm war die erste Feuerwehr in ganz Europa, die einen hydraulisch betriebenen Rettungsspreizer einsetzte um eingeklemmte Personen besonders schonend zu befreien \u2013 ein Jubil\u00e4um, das im letzten Jahr ausgiebig gefeiert wurde. In Ulm entwickelte Friedrich Wilhelm Ahnefeld, der einst als erster Chefarzt des Bundeswehrkrankenhauses t\u00e4tig war, das Konzept der Rettungskette zur optimalen Versorgung von Patienten, sowie den \u201eUlmer Koffer\u201c, der \u00fcber Jahrzehnte hinweg zur Standardausr\u00fcstung auf nahezu jedem Rettungsmittel geh\u00f6rte. Bis heute ist das Bundeswehrkrankenhaus f\u00fchrend in der Entwicklung und Erprobung neuer Konzepte. Unter anderem fliegt der dort stationierte Rettungshubschrauber Christoph 22 seit mehr als zehn Jahren mit einem mobilen Ultraschallger\u00e4t und seit 2020 auch mit Blutkonserven an Bord.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine weitere wegweisende Innovation aus Ulm steht nun bevor: Ein digitales Dokumentensystem, welches Rettungskr\u00e4ften in Sekundenschnelle Zugang zu wichtigen Daten, Arztbriefen, Medikamentenpl\u00e4nen, Vorsorgevollmachten und Patientenverf\u00fcgungen verschaffen soll. Dieses System wurde von Notfallsanit\u00e4ter Andreas Kn\u00f6fel entwickelt. Der aus Merklingen stammende Notfallsanit\u00e4ter arbeitet hauptberuflich als Luftretter an Bord von Christoph 22 und fliegt zu schwerkranken und schwerstverletzten Patienten. \u201eIn unseren Eins\u00e4tzen sto\u00dfen wir immer wieder auf Schwierigkeiten bei der Informationsgewinnung\u201c, sagt der 47-J\u00e4hrige. Welche Medikamente nimmt der Patient ein? Welche Vorerkrankungen hat er? Gibt es Allergien? Ist der Betroffene bewusstlos, kann er keine Auskunft geben \u2013 und Angeh\u00f6rige sind in solchen Situationen, falls \u00fcberhaupt anwesend, oft am Ende ihrer Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Falle eines medizinischen Notfalls sind wichtige Unterlagen in der Regel nicht sofort zur Hand, weder unterwegs noch zu Hause. \u201eVor einigen Monaten hatten wir einen Vorfall, bei dem es um die Entscheidung ging, ob ein Patient mit schwerer Hirnblutung intensivmedizinisch versorgt werden sollte oder nicht\u201c, berichtet Kn\u00f6fel. Die Patientenverf\u00fcgung des Betroffenen, in der dies festgelegt war, befand sich jedoch beim Hausarzt. Da es um eine wegweisende Entscheidung ging, mussten die Retter nach bestem Wissen und Gewissen handeln. Erst einige Zeit sp\u00e4ter konnte die Patientenverf\u00fcgung eingesehen werden \u2013 und daraus ging eindeutig hervor, dass der Mann\u00a0keine intensivmedizinische Versorgung w\u00fcnschte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNach diesem Vorfall habe ich mir viele Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie es bei meinen Eltern w\u00e4re\u201c, erkl\u00e4rt Kn\u00f6fel. Seine Mutter leidet an einer schweren Krankheit, sein Vater ist bereits im fortgeschrittenen Alter. W\u00e4ren ihre medizinischen Informationen im Notfall leicht zug\u00e4nglich? Es gibt zwar digitale L\u00f6sungen, die die Versorgung im Falle von Krankheit oder Unfall verbessern sollen. \u201eAber wirklich umfassend ist keine davon\u201c, stellt der Notfallsanit\u00e4ter fest. Daher entschied er sich, etwas Eigenes zu entwickeln. In Zusammenarbeit mit einem Programmierer entstand seit Oktober das vierteilige System \u201eKliK \u2013 Meine Notfalldokumente\u201c, von dem sowohl Rettungsdienste als auch Patienten profitieren sollen. Und das nicht nur f\u00fcr \u00e4ltere Menschen: \u201eEs eignet sich genauso gut f\u00fcr Kinder mit Vorerkrankungen wie z.B. Diabetes, Sportler, Urlauber und generell f\u00fcr alle, die im Notfall auf Nummer sicher gehen m\u00f6chten.\u201c Die Einsatzm\u00f6glichkeiten sind praktisch unbegrenzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"18202\" data-permalink=\"http:\/\/news-papers.eu\/?attachment_id=18202\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?fit=1280%2C861\" data-orig-size=\"1280,861\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"Tu\u0308raufkleber-1\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?fit=1024%2C689\" class=\"alignright size-medium wp-image-18202\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?resize=300%2C202\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?resize=300%2C202 300w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?resize=1024%2C689 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?resize=768%2C517 768w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?resize=750%2C504 750w, https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Tueraufkleber-1.png?w=1280 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>&#8222;<em>Im Grunde haben wir die Krankenakte neu durchdacht<\/em>&#8222;, erkl\u00e4rt Kn\u00f6fel. Arztbriefe, Medikamentenpl\u00e4ne, Diagnosen, Klinikbesuche sowie Vorsorgevollmachten, Organspendeausweis und Patientenverf\u00fcgung k\u00f6nnen hier digital gespeichert werden. Der Zugriff erfolgt browserbasiert \u00fcber einen individuellen QR-Code. Dieser wird sowohl an einem Aufkleber am Rahmen der Wohnungst\u00fcr als auch auf der Krankenkassenkarte des Nutzers angebracht. F\u00fcr Privatpatienten, die keine Versichertenkarte besitzen, gibt es eine Notfallkarte mit QR-Code f\u00fcr den Geldbeutel. &#8222;<em>Dies ist der Schl\u00fcsselpunkt unseres Systems<\/em>&#8222;, erkl\u00e4rt Kn\u00f6fel. Denn Rettungsdienstmitarbeiter suchen in der Regel schnell nach der Versichertenkarte. Um sicherzustellen, dass die medizinischen Daten gesch\u00fctzt sind, sind auf der Notfallkarte und dem Sticker f\u00fcr die Versichertenkarte neben dem QR-Code auch der Kartencode vermerkt, mit dem Rettungskr\u00e4fte Zugriff auf die digital gespeicherten Dokumente erhalten. Der Sticker f\u00fcr die T\u00fcr enth\u00e4lt nur den QR-Code; er dient lediglich als Hinweis auf die online verf\u00fcgbaren Notfalldokumente. &#8222;<em>Der Zugriff erfolgt nur durch diejenigen, die sowohl den QR-Code als auch den Kartencode besitzen<\/em>&#8222;, betont Kn\u00f6fel. Das System funktioniert weltweit und der Nutzer beh\u00e4lt die Kontrolle \u00fcber seine Daten. Jeder entscheidet selbst, welche Informationen freigegeben werden und welche nicht. Die Dokumente werden datenschutzkonform in Deutschland gespeichert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um &#8222;KliX&#8220; zu realisieren, haben Kn\u00f6fel und sein DRK-Rettungsdienstkollege Kevin Nahodovic gemeinsam ein Crowdfunding-Projekt gestartet. Bis zum 5. Mai m\u00f6chten sie unter <a href=\"http:\/\/www.startnext.com\/medizinische-dokumente\">www.startnext.com\/medizinische-dokumente<\/a> insgesamt 32.000 Euro f\u00fcr die Weiterentwicklung des Systems sammeln. Der Ulmer Verein Traumateam e.V. &#8211; Verein zur F\u00f6rderung der Notfallmedizin, unterst\u00fctzt ebenfalls das Projekt. F\u00fcr die ersten 1000 Nutzer kostet &#8222;KliX&#8220; 49 Euro, sp\u00e4ter soll der Preis auf 59 Euro steigen. Kn\u00f6fel plant einen Einrichtungsservice sowie spezielle Angebote f\u00fcr Pflegeeinrichtungen, Pflege- und Rettungskr\u00e4fte und Unternehmen. &#8222;Mein Ziel ist es, dass dieses System von einer breiten Masse genutzt wird&#8220;, erkl\u00e4rt er. Er strebt Partnerschaften mit Discountern, Drogerien und Apotheken in ganz Deutschland an und hat bereits mehrere Apotheker in der Region gefunden, die das Dokumentensystem vertreiben m\u00f6chten. Der Start ist f\u00fcr sp\u00e4testens 1. August geplant. &#8222;<em>Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn bald an jeder zweiten T\u00fcr unser Aufkleber zu finden ist<\/em>&#8222;, sagt Kn\u00f6fel. So k\u00f6nnte die Notfallversorgung noch weiter verbessert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vieles von dem, was heutzutage in der Notfallrettung als Standard gilt, hat seine Urspr\u00fcnge in Ulm: Die Feuerwehr Ulm war die erste Feuerwehr in ganz Europa, die einen hydraulisch betriebenen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":18205,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"__cvm_playback_settings":[],"__cvm_video_id":"","jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"_wpas_customize_per_network":false},"categories":[991],"tags":[950,2651,1530,2650],"class_list":["post-18200","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-zukunft","tag-allergie","tag-anamnese","tag-dokumentation","tag-medikamentenplan"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/news-papers.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024-Produkt-Kartentraeger_-Handy-2343.jpeg?fit=1280%2C960","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p7fR2g-4Jy","jetpack-related-posts":[{"id":16729,"url":"http:\/\/news-papers.eu\/?p=16729","url_meta":{"origin":18200,"position":0},"title":"Stiftung BINZ f\u00f6rdert Professur f\u00fcr Notfallmedizin","author":"Bj\u00f6rn Hossfeld","date":"M\u00e4rz 1, 2023","format":false,"excerpt":"Die dem Rettungswesen verpflichtete Stiftung BINZ f\u00f6rdert in den kommenden f\u00fcnf Jahren eine Stiftungsprofessur an der Universit\u00e4t Ulm. 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