Abbruch von Reanimationsmaßnahmen – TOR-Rule

Hinkelbein J et al. Kardiopulmonale Reanimation. Aussichtslose Situationen erkennen. Deutsches Ärzteblatt 2019; A1112-A114 (PDF)

Abbruch von Reanimationsmaßnahmen:

  • im Team besprechen
  • im Konsens mit allen Beteiligten beschliessen, ggf. auch den Angehörigen
  • Therapie reversibler Ursachen durchführen
  • Abbruch bei Asystolie für mehr als 20 Minuten
  • bei VF/VT ggf. Patiententransport unter CPR erwägen
  • “liegt ein vom Patienten unterzeichnetes und glaubhaftes Dokument vor, dass er keine Reanimation wünscht, oder gibt es einen entsprechenden DNR-Eintrag in der Krankenakte, muss sichergestellt sein, dass diese Angaben auch aktuell sind.”
  • DNR-Anweisungen müssen regelmäßig überprüft werden

„Termination of resuscitation“- Regeln (TOR-Rule):

1. initiale Asystolie,

2. unbeobachteter Herz-Kreislauf- Stillstand,

3. Alter ≥ 81 Jahre,

4. keine Laienreanimation oder kein AED genutzt vor Eintreffen des Rettungsdienstes,

5. kein ROSC nach 14 Minuten Reanimation durch den Rettungsdienst.

Zur Terminierung sollte immer eine Kombination mehrerer prognostischer Faktoren berücksichtigt werden. Terminierung einer Reanimationmaßnahm ist immer eine Einzelfallentscheidung.

Es besteht Evidenz, dass bei zunehmender Reanimationsdauer im Falle eines ROSC das Behandlungsergebnis für Patienten bei Krankenhausentlassung signifikant schlechter ist.

One thought on “Abbruch von Reanimationsmaßnahmen – TOR-Rule

  1. Anhaltspunkte zur Einstellung von Wiederbelebungsmaßnahmen:
    Unterscheiden wir zwischen Klinik und Präklinik?
    Manche Kriterien können u. U. sowohl inner- als auch präklinisch.
    – Auffinden eines gültigen Dokuments mit der Willenserklärung zum Verzicht auf CPR-Maßnahmen
    Nur dann, wenn die Identifikation der Person gesichert ist. Das sollte innerklinisch der Fall sein,
    dann dürften eigentlich keine Rea Maßnahmen begonnen werden. Die Praxis zeigt meist, dass das nicht der Fall ist. Präklinisch nützt das Dokument nichts.

    – Unbeobachteter Kreislaufstillstand
    Innerklinisch Kein Kriterium, wenn Monitor Alarm gibt, und sofort CPR begonnen wird
    Bzw. REA Team nach Notruf binnen ein bis zwei Minuten weiter macht

    – Keine Basismaßnahmen/AED-Einsatz durch Ersthelfer
    Sollte innerklinisch nicht vorkommen. Außer auf Normalstation (Einzelzimmer, ND)

    – Alter > 81 Jahre
    Ist das ein Verfalldatum? Kommt es nicht darauf an ob der Pat. Noch Lebensqualität hatte?
    Und ggf. nach der REA haben kann

    – Ausschluss reversibler Ursachen des Kreislaufstillstandes
    Versteht das jeder? Vorschlag: irreversible Ursachen des Kreislaufstillstandes
    Weiß schon, ist das gleiche, aber evtl. besser verständlich

    – Kein ROSC nach ca. 15 min CPR-Maßnahmen durch Rettungsdienst-Team

     Gesamtschau der Situation und definitive Entscheidung zum Abbruch der Maßnahmen im Team, ggf. unter Hinzuziehung der Angehörigen
    Letze beiden gelten inner- und präklinisch

    NAN auch die Ausnahmen:
    Unterkühlte (nowbody is ded until he is warm and ded)
    Intoxikationen (evtl. reversible Ursache)
    Kinder? Da bin ich nicht auf dem aktuellen Stand
    Neugeborene ohne primäre Aktivität (10 min.?)
    Ältere Kinder? Je nach Ursache?

    Hintergrund:
    Vortrag von Herrn Bauer? Ehemaliger RD Leiter BRK Bayern? war angeblich Jurist?
    Titel: Reanimation oder Reanimieren auf „Teufel komm raus“
    Fazit: Wenn man einen Patienten nicht kennt und nichts von ihm weiß, muss man reanimieren.
    Patientenverfügungen nützen nichts, wenn man den Pat. nicht kennt, weil man weder dessen Identität noch die Echtheit der Dokumente verifizieren kann.
    Nicht zu vergessen sind auch Ausbildungen. Wir wissen, dass wir manche Reanimationen – ohne Erfolgsaussicht – durchgeführt haben, dass AZUBIS es sehen, lernen und üben können. „Exercitium causa“
    Als es noch keine geeigneten Phantome gab, hat man auch mal an Leichen geübt. „Mortui vivus docent“
    Die Toten lehren die Lebenden

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