Phosphat als Marker der Letalität bei Sepsis?

Eine Gewebshypoperfusion assoziierte ischämische Gewebeschädigung ist eine der Hauptfolgen der Sepsis. Bei ischämischer Gewebeschädigung sind die Phosphatkonzentrationen erhöht. In der nachfolgenden Studie sollte Zusammenhang zwischen der Phosphatkonzentration und der Mortalität bei Patienten mit Sepsis zu untersucht werden:

Jang DH et al. Moderate to severe hyperphosphataemia as an independent prognostic factor for 28-day mortality in adult patients with sepsis. Emerg Med J 2020;37:355–361. doi:10.1136/emermed-2019-208976

Was ist zu diesem Thema bereits bekannt?

  • Ischämische Verletzungen durch Gewebshypoperfusion sind eine der Hauptfolgen der Sepsis.
  • Bei einer ischämischen Gewebeschädigung sind die Phosphatkonzentrationen erhöht. Erhöhte Phosphatkonzentrationen könnten ein Hinweis auf die Sepsis-Mortalität sein.

Methodik:

  • retrospektive Kohortenstudie an Sepsispatienten
  • Notaufnahme in Korea.
  • März 2010 bis April 2017
  • Patienten wurde gemäss der Aufnahme-Phosphatkonzentration wurde in vier Gruppen stratifiziert:
    • Gruppe I (Hypophosphatämie, Phosphat <2 mg/dl)
    • Gruppe II (Normophosphatämie, Phosphat 2-4 mg/dl)
    • Gruppe III (leichte Hyperphosphatämie, Phosphat 4-6 mg/dl)
    • Gruppe IV (mäßige bis schwere Hyperphosphatämie, Phosphat ≥6 mg/dl).

Ergebnisse:

  • n=3034
  • Gesamtmortalitätsrate 21,9%.
  • 28-Tage-Mortalitätsrate in Gruppe I: 14,6%, II: 17,4%, III: 29,2% und IV:  51,4% (p<0,001)

Abb: 28-Tageletalität in den 4 Phosphatgruppen bei den 3034 Patienten (erstellt anhand der Daten aus Jang DH et al. Emerg Med J 2020;37:355–361)

  • In der multivariablen Analyse hatten Patienten mit schwerer Hyperphosphatämie ein signifikant höheres Sterberisiko als Patienten mit normalen Phosphatwerten (HR: 1,59; 95% CI 1,23 bis 2,05).
  • Die Mortalität in den anderen Gruppen unterschied sich nicht signifikant von der Mortalität bei Patienten mit Normophosphatämie. Eine mittelschwere bis schwere Hyperphosphatämie war bei Sepsispatienten mit einer 28-Tage-Mortalität assoziiert. Der Phosphatspiegel könnte als prognostischer Indikator bei Sepsis verwendet werden.

Schlussfolgerung: In dieser retrospektiven, monozentrischen Studie mit Sepsispatienten, die in der Notaufnahme behandelt wurden, war die Hyperphosphatämie im Vergleich zu Patienten ohne Hyperphosphatämie mit einer signifikant höheren 28-Tage-Letalität assoziiert, was darauf hindeutet, dass Phosphat als prognostischer Marker verwendet werden könnte.

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